Amazonas-Synode verärgert Bolsonaro-Regierung

Bei der Pressekonferenz am Freitag fanden gleich mehrere progressistische Themen eine Plattform: Schwester Birgit Weiler der Medizin Missions Schwestern (»Medical Mission Sisters«) gab ihre feministische Meinung kund, Frauen müssten Führungsämter in der Kirche bekleiden können.

Wichtiger noch war die Tatsache, dass der peruvianische Kardinal Pedro Barreto zum Anfang der Synode die sogenannte »Guararema Deklaration« von Vertretern der linksextremen Szene der Region erhalten hatte, wie La Nuova Bussola Quotidianaberichtete. Viele Synodenteilnehmer scheinen sich mit dem Inhalt identifizieren zu können.

Der Text steht im offenen Konflikt mit der derzeitigen Landesregierung unter der Leitung von Präsident Jair Bolsonaro.

Dieser Linkstrend der Bischöfe und Kardinäle unter Franziskus führte die Entscheidung des Präsidenten herbei, nicht an der Heiligsprechung von Schwester Dulce Lopes teilzunehmen, einer brasilianischen Nonne, die in Rom am Sonntag heiliggesprochen wurde.

Üblich wäre für Bolsonaro gewesen, an der Heiligsprechung seiner Landsfrau teilzunehmen, wie es beispielsweise auch Prince Charles getan hat, der zur Heiligsprechung des englischen Kardinals John Henry Newman nach Rom gereist war.

Die Nachricht kam überraschend, nachdem der Präsident im vergangenen Juli seine Teilnahme an der Heiligsprechung bestätigte. Nun ließ der Pressesprecher verkünden, dass Bolsonaro – wegen anderer terminlicher Verpflichtungen – nicht nach Rom kommen werde. Die Regierungsdelegation Brasiliens wurde demnach vom Vizepräsidenten Hamilton Mourão geleitet.

Die Zeitschrift »Veja« führte seine Entscheidung auf seine evangelikale Frau zurück. Der Präsident – des Landes mit den meisten Katholiken der Welt – widmete sich lieber der Landespatronin »Unserer Lieben Frau von Aparecida«, deren Fest am 12. Oktober gefeiert wurde.

Der wahre Grund ist aber – laut der Bussola Quotidiana – die Athmosphäre der linken Agitation in Rom während der Synode. Viele linke Kräfte, von innerhalb und außerhalb der Kirche, werden während der Synode von Papst Franziskus gefördert und beratschlangen über zentrale Themen wie die Abschaffung des Zölibats, Frauendiakone, und eine von der Kirche geförderte »integrale Ökologie«.

Bolsonaro hat in der Vergangenheit seine Abneigung gegen die politische Linie der Synode nicht versteckt. Er kommentierte, dass die Bischofssynode »die Haltung einiger Teilnehmer ausdrückt, aber nicht aller Katholiken.«

Franziskus stellt sich damit auf eine bestimmte politische Seite, vergrault damit eine andere und instrumentalisiert so die Kirche für seine eigenen politischen Zwecke.

(jb)