London: Wenn die Arbeiterklasse gegen die Klima-Bourgeoisie aufbegehrt

Von Max Roland | Alle reden über die Erderwärmung. Aber es gibt einen Klimawandel, über den keiner redet. Den in der Gesellschaft. Da wird es nämlich zunehmend heiß. Denn die totale Klimarettung erzeugt ihren eigenen Treibhauseffekt und sorgt für eine Konfrontation: Die arbeitende Bevölkerungsmehrheit gegen die Klimawandler, die nichts besseres zu tun haben, als diese zu behindern. 

In Ostlondon wollten normale Pendler einfach mit dem Zug zur Arbeit fahren. Leute, die einer geregelten Arbeit nachgehen. Sie wussten nicht, dass sie heute gerettet werden sollten. Die Retter kamen von “Extinction Rebellion” und hatten dem Anschein nach wohl keinen festen Job. Wozu auch arbeiten – die Welt geht immerhin bald unter! Und so hat man dann für seinen Aktivismus genug Zeit. 

Die Weltretter von “Extinction Rebellion” kletterten also auf den besagten Zug und klebten sich daran fest. In meiner Kindheit war Sekundenkleber ein Weltretter – damit reparierten  Mama und Papa mir nämlich so manches kaputtes Spielzeug. Die Rebellen gegen das Aussterben mit ihren esoterisch-schwachsinnigen Aktionen glauben noch immer, das Sekundenkleber die Welt rettet. Sie sind in ihrem ganzen Verhalten Kinder geblieben. Nur eine wichtige Sache, die eigentlich jedes Kind weiß, haben sie verlernt: Man nervt die Großen nicht. Der Elfjährige legt sich nicht mit dem 18-Jährigen an. Sonst gibt das unmittelbare Konsequenzen. In Ostlondon kamen die Konsequenzen dann in Form eines beherzten Eingreifens der Pendler, die die Kinderstunde auf dem Dach ihres Zuges beendeten. 

Denn überraschenderweise haben erwachsene Menschen auf ihrem Weg zur Arbeit keinen Nerv für Kindereien dieser Art. Oder mal so formuliert, dass es auch linke verstehen: Die Arbeiterklasse macht den bourgeoisen Hampelmännern einen Strich durch die Rechnung.