Ureinwohner des Amazonas »zu dumm« den Zölibat zu verstehen?

In allen großen Fragen der Synode im Vatikan ist er an vorderster Front wenn es um progressive Ideen geht: Keine Evangelisierung, keine Taufe und kein sakramentales Priestertum mehr. Befreiungstheologie für die indigenen Völker und die »Option für die Armen«, das sind seine Steckenpferde: Bischof Erwin Kräutler, der emeritierte Bischof der Prälatur Xingu.

Einer seiner Aussprüche machte hingegen Furore: Laut Kräutler verstünden die indigenen Völker des Amazonas-Gebiets den Zölibat nicht, wie kath.netberichtet. Es gäbe daher keine andere Option, diesen abzuschaffen.

Was der Bischof damit meinte, sei dahingestellt. Unterstelle er den Personen im Amazonas-Gebiet, intellektuell nicht in der Lage zu sein, zu verstehen, was es heißt auf Sex zu verzichten?

Selbst die FAZveröffentlichte einen Artikel mit Titel: Rassismus auf katholisch.

Auf Twitter löste Kräutler einen Sturm der Entrüstung aus: Dr. Samuel Gregg vom Acton Institut schrieb auf der Online-Plattform: »Sagt der Bischof damit, dass indigene Menschen unfähig sind, den Zölibat zu verstehen? Sagt er damit, dass sie unfähig sind, zu verstehen, was Christus, der Heilige Paulus und viele Heiligen über diese Sache gesagt haben?«

Bischof Kräutler gab bei der Pressekonferenz auch zu, dass er die indigenen Völker im Schatten darüber ließ, ob er verheiratet sei oder nicht. Wenn er von ihnen nach seiner Frau gefragt würde, entgegnete er immer: »Sie ist weit weg‘, doch denke ich dabei an meine Mutter.«

Kräutler erklärte bei dieser Gelegenheit auch, dass seiner Meinung nach zwei Drittel der Amazonasbischöfe für die Weihe von verheirateten Männern wären. Auf Gegenstimmen ging er nicht ein [Freie Weltberichtete].

Franziskus hat diesen Bischof ausgewählt, die Amazonas-Synode dieses Jahres zu leiten und vorzubereiten. Es hagelte bereits Kritik für das fragliche Vorbereitungsdokument, Kardinal Brandmüller sprach von »Häresie« und sogar »Apostasie«.

Der Papst scheint zu meinen, Kräutler wäre für diese Aufgabe qualifiziert.

Ähnlich vor Jahren ein anderer Freund von Papst Franziskus. Der deutsche Kardinal Walter Kasper hatte damals während der Familiensynodegesagt, dass Homosexualität für Afrikaner ein Tabu sei und »sie uns nicht sagen sollen, was wir zu tun haben«. Damit diskreditierte er seine Brüder im Bischofsamt und zog sich heftige Kritik der Medien zu. Auch ihm wurde damals »Rassismus« vorgeworfen.

Beide Fälle zeigen das gleiche Muster: progressistische Kirchenamtsträger drücken eine liberale Agenda in der Kirche durch (unterstützt von Papst Franziskus), wenn es aber um ihre eigenen Überzeugungen geht, da hört die Toleranz auf und was aufbricht ist theologische Hybris und Einbildung.

(jb)