CSU-Weber: Schwarz-Grün befriedet die Gesellschaft

Foto: Europäisches Parlament CC BY-SA 2.0 via Wikimedia Commons

Von Max Roland | Manfred Weber hat sich verändert. Der Spitzenkandidat der Konservativen zur Europawahl trägt jetzt einen ordentlichen Dreitagebart, der irgendwie nicht so Recht in sein Gesicht passt.  Ich muss irgendwie an eine 16-Jährige denken, die sich nach dem Ende einer Beziehung die Haare färbt – eine Veränderung, nachdem ihr das Herz gebrochen wurde. In dieser Hinsicht sind sich Manfred Weber und unsere fiktive 16-Jährige sehr ähnlich: Auch Manfred wurde bitter enttäuscht. Er war der Spitzenkandidat der stärksten Kraft der Europawahlen und damit – zumindest nach dem Spitzenkandidatenprinzip – der designierte Kommissionspräsident. Es kam dann anders, weil die Dynamiken im selbsterklärten Bollwerk und Ursprung der Demokratie unglücklicherweise keine Demokratie zuließen. Tja.

Da man ein gebrochenes Herz am besten mit Ablenkung heilt, hat sich Manfred Weber jetzt einer kleinen Nebenaufgabe gewidmet: Er hat das Rezept, um die Spaltung der Gesellschaft in Deutschland zu überwinden. Denn „nur ein Bündnis aus Union und Grünen auf Bundesebene kann die gesellschaftlichen Konflikte, die wir in Deutschland haben, befrieden.“ Richtig! Genau so, wie ein Bündnis aus NSDAP und den rechtskonservativen Kräften die Spaltung der Weimarer Republik überwunden hat, wird Schwarz-Grün selbstverständlich die Konflikte in dieser Gesellschaft lösen. Die Union – die ja dafür bekannt ist, keinen Fußbreit vor den Grünen zurückzuweichen – wird ein hervorragender Gegenpol zum Wahnsinn Marke Habeck sein. Schwarz-Grün statt Grün – der Bankräuber trägt statt Sturmmaske jetzt einen Anzug, wenn er die Bank ausraubt. Am Ende wird die Bank trotzdem leer sein. Und eine Union, die sich zum Steigbügelhalter der Apokalypsen-Partei macht, wird dadurch bei den Wählern nicht unbedingt beliebter werden. Schwarz-Grün wäre ein Konjunkturprogramm – für die AfD, die sich als letzte Nicht-Grüne Partei präsentieren könnte. Und das nichtmal zu Unrecht. Die Spaltung der Gesellschaft würde bestehen bleiben. Und  eine Union, die die Spalterpartei Nummer 1 im Lande in bundesweite Regierungsverantwortung hievt, würde am Ende als das enttarnt werden, was sie ist: Die Partei, die den Wahnsinn möglich gemacht hat.