Brexit: Eine Frage der Souveränität

Das haben die Briten nun davon, dass das Volk entscheiden durfte – Chaos! Und obendrein auch noch einen Premierminister mit unverkennbarem Hang zur Despotie. So oder so ähnlich lauten aktuell viele Kommentare in den deutschen Medien. Der britische Premierminister Boris Johnson attackiere das Parlament und führe sich dabei auf wie ein „Volkstribun“, der vorgebe den Willen des Volkes zu repräsentieren. In Wahrheit strebe er danach, nach „Art der starken Männer in der Türkei, in Russland oder anderswo, ohne die lästige Einmischung der Parlamentarier regieren“ zu können. Er sei ein lächerlicher, unsinniger, skrupelloser und von Machansprüchen getriebener Regierungschef „auf Zerstörungskurs“. Sogar Vergleiche mit dem Untergang der Weimarer Republik scheinen Kommentatoren nicht mehr abwegig. Es gehe nun nicht mehr nur um den Brexit, sondern um die Zukunft der Demokratie in Großbritannien. Und nicht nur das: In London stehe das westliche Verständnis der repräsentativen Demokratie zur Disposition.

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