Wort zum Sonntag: Afrikanische Bischöfe fordern Migrationsstopp

Afrikas Bischöfe kritisieren die „Politik der offenen Arme“, die unzählige junge afrikanische Männer dazu treibt, ihre Länder zu verlassen und ihr Glück in Europa zu versuchen. Wenn die Besten gehen, fehlen diese in ihren Heimatländern – so die Kritik. Doch einmal mehr stößt Afrika in Europa auf taube Ohren.

Kolumne von Raphanus

Dem Zeitalter der
Spaltung und Polarisierung scheint sich auch die Kirche nicht
entziehen zu können. Während in Europa medial ein harter
Willkommensmigrationskurs der Kirche gefahren wird, scheint die
Stimmung in Afrika gerade gegenteilig. Hier bangt man um das
abfließende Potential der vielen Jugendlichen, die sich auf dem Weg
nach Europa machen. Doch afrikanische Bischöfe wehren sich.

Mahnende Worte aus Afrika

Ein Bischof wandte sich an den Vorsitzenden der italienischen Bischofskonferenz, Kardinal Bassetti, und sprach mahnende Worte: „Seid vorsichtig, alle Flüchtlinge willkommen zu heißen: nach Europa kommen nämlich nur die Besten, und was passiert mit uns in Afrika?“ Dem Geistlichen ist bewusst, dass es fähige Leute braucht, um den afrikanischen Kontinent voranzubringen. Fehlen diese in den Heimatländern, dann stelle das eine noch größere Herausforderung für den vitalen aber gebeutelten Kontinent dar.

„Lasst euch nicht von falschen Versprechungen täuschen”

Auch die Bischöfe Westafrikas wollen zur Migrationswelle nicht länger schweigen. „Unsere Herzen als Hirten und Väter leiden darunter, dass Boote mit jungen Menschen überladen sind und in den Wellen des Mittelmeers versinken. Lasst euch nicht von falschen Versprechungen täuschen, die in eine illusorische Zukunft führen“, so ihr Appell an Jugendliche. „Mit harter Arbeit und Ausdauer könnt ihr auch in Afrika erfolgreich sein und es zu einem prosperierenden Kontinent machen“, betonen die Bischöfe weiter.

Doch der Vorsitzende der italienischen Bischofskonferenz, Kardinal Bassetti, scheint die Sorge seiner afrikanischen Mitbrüder nicht ernst zu nehmen. Als Antwort, will er „Aufnahme, Begleitung und Integration von Mitmenschen” in Europa weiter ausbauen, denn nur in einer Gesellschaft mit Integration, sei dies möglich. Mit diesen Worten gießt er weiter Wasser auf die Mühlen der „Politik der offenen Arme“, sendet ein falsches Signal an die Jugend Afrikas und ermuntert Tausende mehr, den gefährlichen und oft tödlichen Weg über das Mittelmeer zu wagen.

Europa könnte so viel
von den vernünftigen Worten der afrikanischen Bischöfe lernen, doch
einmal mehr bleibt Afrika ungehört.

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