Vor sächsischer LandtagswahlTausende Teilnehmer bei #Unteilbar-Demo in Dresden

DRESDEN. Mehrere Tausend Menschen haben am Samstag bei der zweiten #Unteilbar-Demonstration in Dresden für eine „freie und solidarische Zivilgesellschaft“ protestiert. Die Kundgebung stand unter dem Motto: „Für eine offene und freie Gesellschaft – Solidarität statt Ausgrenzung“. Nach Angaben der Veranstalter folgten bis zu 35.000 Personen aus dem ganzen Bundesgebiet dem Aufruf. Der MDR schätzte die Zahl auf 20.000. Zu größeren Zwischenfällen kam es offenbar bis zum frühen Abend nicht. Am Altmarkt wurden aber nach einem Bericht der Sächsischen Zeitung AfD-Plakate heruntergerissen.

Mission-Lifeline Kapitän Claus-Peter Reisch, der eigentlich vor Ort in Dresden sein wollte, wandte sich in einer Videobotschaft von seinem Schiff Eleonore im Mittelmeer an die Teilnehmer. Es dürfe sich nie mehr wiederholen, daß, wie zu Zeiten der deutschen Teilung, auf Flüchtlinge geschossen werde, sagte Reisch. „Die gesamte Welt ist eine Einheit und wir gehören alle zusammen“, betonte er. Deswegen dürfe man auch nicht über die Teilung in verschiedene Regionen oder Kontinente sprechen.

Kretschmer bleibt Kundgebung fern

Während SPD, Grüne und Linkspartei die Proteste unterstützten und zur Teilnahme aufriefen, hatte die sächsische CDU angekündigt, der Demonstration fernzubleiben. Er könne „nicht bei einer Veranstaltung dabei sein, bei der auch Kräfte wie die Antifa mit von der Partie sind“, sagte Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU). Auch von der AfD kam Kritik: Die Partei warf den Verantwortlichen der #Unteilbar-Demo vor, auch gewaltbereite Linksextremisten in ihren Reihen zu dulden.

Tatsächlich finden sich auf der Internetseite der Kampagne linkextreme und linksradikale Gruppen unter den Beteiligten. So umfaßte der Demonstrationszug mehrere verschiedene Themenblöcke, darunter auch: „#WannWennNichtJetzt – Support your Hinterland!“ An diesem beteiligten sich unter anderem die Interventionistische Linke (IL). Sie zählt zu den einflußreichsten und mobilisierungsstärksten linksextremen Bündnissen in Deutschland und war vor zwei Jahren maßgeblich für die schweren Ausschreitungen währende des G20-Gipfels in Hamburg verantwortlich. Dennoch kam selbst Grünen-Chefin Annalena Baerbock.

Zur ersten #Unteilbar-Demonstration waren im Oktober vergangenen Jahres mehrere zehntausend Teilnehmer nach Berlin gekommen. Auch damals waren mehrere linksextreme Gruppen an den Protesten beteiligt. Anmelder der Demonstration war zudem ein Anwalt der linksextremen Gefangenen-Organisation „Rote Hilfe“. (tb/krk)