Parteigründer Le Pen verärgert über Namensänderung

Junge Freiheit

PARIS. Jean-Marie Le Pen hat seine Tochter Marine Le Pen aufgrund der geplanten Umbenennung des Front National (FN) scharf kritisiert. Hintergrund ist die von der FN-Chefin vorgeschlagene Namensänderung in Rassemblement National (Nationale Sammlung). Die Aufgabe des bisherigen Namens sei ein „wahrhaftiger politischer Mord“, sagte der 89 Jahre alte Mitgründer der Partei dem Radiosender France Inter. „Ich finde es katastrophal, daß man den Namen Front National aufgibt, denn dies ist ein unverwechselbarer und unverzichtbarer Orientierungspunkt.“

Unterdessen droht der Partei bei einer Umbenennung eine juristische Auseinandersetzung. Er habe sich den Namen Rassemblement National beim französischen Marken- und Patentamt schützen lassen, verkündete der Politiker Igor Kurek bei Twitter. Der Front National werde deshalb „niemals“ den neuen Namen annehmen können. Kurek warf Parteichefin Le Pen „Dilettantismus“ vor. Seine Partei gehöre zur „gaullistischen und republikanischen Rechten“, der Front National sei hingegen rechtsextrem.

Ein Anwalt des FN widersprach den Angaben von Kurek. Der Inhaber des Namens habe Ende Februar per Privatvertrag zugesichert, diesen an sie abzutreten. Eine offizielle Bestätigung durch das Patent- und Markenamt INPI werde in sechs Monaten erwartet.

FN-Mitglieder stimmen über neuen Namen ab

Die FN-Chefin Le Pen hatte am Sonntag auf dem Parteitag im nordfranzösischen Lille den neuen Namen Rassemblement National vorgeschlagen. Die Parteimitglieder sollen darüber abstimmen. Das abschließende Votum soll in sechs Wochen veröffentlicht werden.

Vor dem Parteitag hatte sich eine knappe Mehrheit von 52 Prozent der FN-Mitglieder für einen Namenswechsel ausgesprochen. Mit der Umbenennung will die 49jährige eigenen Angaben zufolge einen Neustart der Partei forcieren und künftige Koalitionen mit anderen Parteien ermöglichen.

Gleichzeitig hatte der Parteitag eine Statutenänderung beschlossen. Zukünftig gibt es den Posten des Ehrenvorsitzenden nicht mehr, den Jean-Marie Le Pen innehatte. Der Mitgründer war 2015 aus der Partei ausgeschlossen worden, nachdem er die Gaskammern der Nationalsozialisten als „Detail der Geschichte“ bezeichnet hatte. (ha)

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