Im Minutentakt wird eine andere Sau durch’s mediale Dorf getrieben

Damit im Sommerloch nicht nur Berichte über Messer, Ehre, Vergewaltigung, Raub und Totschlag die Leser verunsichern, werden im Minutentakt andere Säue durch’s Dorf getrieben, um mit künstlicher Aufregung von den Zuständen abzulenken.   Denn schließlich geht es selbst in München, wo der großspurige Hilfssheriff Joachim Herrmann sein Büro hat, drunter und drüber. Ausgerechnet am Tag der Aktion „Sichere Bäder für unsere Kinder“ „vergeht sich“ (tz) ein „14-jähriger Schüler, der aus dem Irak stammt und als Intensivtäter gilt“ an einem 13-jährigen Mädchen. Was, bitte, ist ein Intensivtäter? Ein „häufig Festgenommener, aber nie Bestrafter“? Und gibt es noch einen Unterschied zwischen Bayern und dem Homeland NRW? Apropos: Ebenda legten „Flüchtlinge“ aus Albanien ein Feuer in einer Sammelunterkunft. Als Entschuldigung gaben sie an, ihr Asyl sei abgelehnt worden. Da wird sich doch wohl ein Richter finden, der da auf Bewährung erkennt. Damit im Sommerloch nicht nur Berichte über Messer, Ehre, Vergewaltigung, Raub und Totschlag die Leser (und Wähler) verunsichern, werden im Minutentakt andere Säue durchs Dorf getrieben, um mit künstlicher Aufregung von den wahren Ärgernissen abzulenken. Mit größtem Eifer wird etwa Fleischtechniker Clemens Tönnies verfolgt, der öffentlich über die ausgeprägte Reproduktionsfreudigkeit der Afrikaner im Dunkeln sinnierte, und deshalb nicht länger Aufsichtsratsvorsitzender bei Schalke bleiben soll. (Obwohl der Mann Milliardär ist, lässt er sich gerade von den künstlich aufgeregten Pressbengels durch die Manege ziehen und ist zur öffentlichen Buße bereit.) Der Abgeordnete Linnemann CDU gilt als des Teufels, weil er anregte, Kinder müssten Deutsch verstehen können, bevor sie in die Schule kämen. Und als habe es eine Überprüfung der […]

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