Melilla: Migranten stürmen spanische Exklave

Rund 50 Migranten sei es dabei auch gelungen, EU-Gebiet zu erreichen.

Melilla. Am Freitag sind bei der bisher derartig größten Aktion dieses Sommers Dutzende Afrikaner in die spanische Nordafrika-Exklave Melilla gelangt, wie der Standard berichtet. Am frühen Morgen hätten rund 200 Menschen aus Ländern südlich der Sahara versucht, die rund sechs Meter hohen doppelten Grenzzäune zu überwinden. Das teilte die Vertretung des spanischen Innenministeriums in Melilla mit.

Immer wieder Anstürme auf Grenzzaun

Es sei rund 50 Menschen gelungen, EU-Gebiet zu erreichen. Immer wieder erstürmen Migranten die Grenzzäune Melillas. Der bisher letzte große Ansturm war dort im Mai registriert worden. Damals konnten ebenfalls rund 50 Migranten in die Exklave stürmen. Beim Ansturm vom Freitag seien sechs spanische Grenzpolizisten sowie zwei Migranten verletzt worden. Ein Afrikaner habe einen Beinbruch erlitten, hieß es. Alle Verletzten seien in Krankenhäuser gebracht worden.

Polizisten mit Haken attackiert

Unter Berufung auf die Behörden berichtete die Regionalzeitung „El Faro de Melilla”, die Migranten hätten die Grenzpolizisten unter anderem mit spitzen Haken attackiert und mit Steinen beworfen. Einer der größeren erfolgreichen Massenanstürme des vergangenen Jahres erfolgte im Juli. Damals hatten mehr als 600 Migranten spanisches Gebiet erreicht. Ein Polizeisprecher erzählte, dass die Migranten dabei „brutal wie noch nie zuvor“ vorgegangen seien. Sie hätten die Grenzbeamten unter anderem mit selbst gebauten Flammenwerfern und mit Branntkalk, der beim Kontakt mit der Haut Verätzungen verursacht, attackiert.

Spanien verfügt in Nordafrika über zwei Exklaven, die beide von Marokko beansprucht werden: Ceuta an der Meerenge von Gibraltar und das 250 Kilometer weiter östlich gelegene Melilla. In der Nähe beider Gebiete warten Zehntausende Afrikaner vorwiegend aus Ländern südlich der Sahara auf eine Gelegenheit, in die EU zu kommen.

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