Graz: Schutzzonen so gut wie drogenfrei

Dennoch brauche es in Graz „wirksame Konzepte”, um die Drogensituation in der Stadt zu verbessern, so FP-Klubobmann Armin Sippel.

Graz. Rund um den Grazer Volksgarten und den Metahofpark gibt es seit Anfang März sogenannte Schutzzonen. Laut der Polizei ist die Drogenkriminalität dort praktisch verschwunden, hat sich aber auf andere Gebiete und Parks verlagert. Nun sollen auch diese verstärkt kontrolliert werden.

Betretungsverbote und Festnahmen

Innerhalb von vier Monaten wurden in den Schutzzonen mehr als 350 Betretungsverbote ausgesprochen. Davon betroffen waren Menschen aus 59 verschiedenen Nationen, wobei Afghanen die größte Gruppe stellten. Festgenommen wurden rund 60 Personen, mehr als die Hälfte wegen Suchtmitteldelikten.

Mittlerweile seien die Gebiete aber praktisch drogenfrei, sagte nun Fritz Grundnig von der Polizei. „Ziel einer Schutzzone kann es ja nur sein, minderjährige Personen vor strafbaren Handlungen zu schützen – und das kann man sagen, ist uns durchaus gelungen in diesen ersten Monaten”. In den Bereichen, in denen Schutzzonen verordnet worden sind, sei die Kriminalität sehr stark zurück gegangen.

Drogenhandel verlagert sich

Ganz unterbinden kann man den Drogenhandel mit den Schutzzonen aber nicht, so Grundnig. „Wir konnten beobachten, dass der Drogenhandel verdrängt wurde, das heißt, nicht mehr in diesem Bereich durchgeführt wird, sondern sich auf andere Orte verlagert hat – und zwar außerhalb dieser Schutzzonen. Es gibt jetzt andere Schwerpunktbereiche, andere Parks, wo eben mit Drogen gehandelt wird. Aber auch das ist jetzt Anlass, dass die Polizei hier Sonderstreifen, Schwerpunktstreifen durchführt, um auch diese anderen Bereiche zu überwachen und dort tätig zu werden.

Vorerst sind die bestehenden Schutzzonen bis September geplant. Ob sie dann verlängert werden, oder ob neue Schutzzonen geschaffen werden, ist derzeit noch offen.

Weitere Schutzzonen notwendig

FPÖ-Klubobmann Armin Sippel betonte in einer Aussendung, dass es dringend erforderlich sei, die bestehenden Schutzzonen über den September hinaus zu verlängern und die Errichtung weiterer Zonen zu prüfen. „Die Aufgabe der Polizei ist es in erster Linie, die Drogenkriminalität zu bekämpfen. Um aber das Drogenproblem insgesamt in den Griff zu bekommen, benötigen wir neue Konzepte. Aus diesem Grund soll in der morgigen Gemeinderatssitzung ein Dringlicher Antrag eingebracht werden.

Ziel sei die Schaffung einer Drogen- und Suchtkommission aus Fachleuten der zuständigen Ämter sowie aus Experten der Suchtprävention und der Exekutive. Darüber hinaus werde auch „ein schlüssiger Bericht über die Drogensituation in Graz notwendig sein, aus dem sich in weiterer Folge auch eine wirkungsvolle Strategie zur Bewältigung dieses Problems ergeben soll”, so Sippel abschließend.

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