Deutschland zittert mit Merkel

Gestern empfing Kanzlerin Merkel den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj als sie, während die Deutsche Nationalhymne erklang, von einem heftigen Schwächeanfall ergriffen wurde. Über eine Minute lang stand sie zitternd neben dem frisch zum Präsidenten gewählten Ukrainer (im Video hier).
Die Filmausschnitte mit der zitternden Kanzlerin verbreiteten sich wie ein Lauffeuer im Internet. Spekulationen über ihren Gesundheitszustand machten die Runde. »Ist die Kanzlerin krank«, fragt dieBerliner Morgenpost. Journalisten erinnern daran, dass sie 2015 schon einmal »vom Stuhl gekippt« sei. »Zittern nicht per se alarmierend« beruhigtDer Spiegel unter Berufung auf Ärzte. DieRheinische Post verweist auf das sprichwörtliche »Stehvermögen der Kanzlerin«.Focus schließlich erläutert, »warum wir uns keine Sorgen um Merkel machen müssen«. Kurz: Die ganze Nation zittert mit. Als sie später strahlend vor die Kamera tritt und erzählt, sie habe erst einmal drei Gläser Wasser getrunken, sind alle beruhigt.
Warum haben Merkel und Deutschland das große Zittern bekommen? – Der Moment, in dem Merkel zu zittern begann, gibt einen Hinweis: Beim Erklingen der Nationalhymne. Wer die Bilder gesehen hat, wie Merkel neben ihrem Kollegen aus Kiew zu zittern beginnt, weiß, dass es nicht um das Zittern geht, sondern um die damit verbundene Furcht.
»Furcht und Zittern« heißt ein Werk des großen religiösen Philosophen Sören Kierkegaard. Es durchdenkt die biblische Geschichte von Abraham und Isaak. Auf Geheiß Gottes will Abraham seinen Sohn Isaak opfern. Aus der Warte des Glaubens, so Kierkegaard, handelt er richtig; aus der Warte der Ethik verwerflich.
Darf Kanzlerin Merkel das Staatsvolk opfern um Kriegsflüchtlinge zu retten? – Sie und ihre Anhängerschaft machen das glauben und rechtfertigen damit ihr wider alle Ethik gerichtetes Handeln. Allerdings handeln sie ohne Glauben. Und das macht die Opferung zum Verbrechen.
Dieser Moment neben dem ukrainischen Präsident ist vielleicht der erste Moment, in dem vor Kanzlerin Merkel eine Ahnung aufstieg, dass ihr staatszerstörendes Handeln einem Irrglauben frönt und scheitern könnte. Sie pflanzte sich durch die Medien fort in die deutsche Öffentlichkeit und wurde zur Furcht vor dem, was uns erwartet. 2015 hat niemand gefragt, ob wir es auch nicht schaffen könnten. Dann kamen Zweifel. Seit einiger Zeit wird jedermann deutlich: Wir schaffen es nicht. Das große Zittern setzt ein. Die Frucht um Deutschland greift um sich. Und soviel ist sicher: Drei Glas Wasser helfen uns nicht mehr.

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