Annekret, ach Annekret. Du verstehst es nicht. Nun ist’s zu spät.

Wieder einmal gibt es am 17. Juni, dem Tag der Deutschen Einheit – oder wie es der damalige linke Staatsfunk formulierte: An jenem Tag im Jahr 1953 „wurde von bezahlten Provokateuren, vom gekauften Abschaum der Westberliner Unterwelt ein Anschlag auf die Freiheit, ein Anschlag auf die Existenz, auf die Arbeitsplätze, auf die Familien unserer Werktätigen versucht“ – Geschehnisse von Deutschland weiter Bedeutung zu melden.   Zunächst führt uns der Weg nach Osnabrück. Beim Namen Osnabrück denkt man unwillkürlich an Ochsenkarren, die sich laaangsam über eine Brücke quälen, und Müdigkeit befällt das Gemüt. Gähn. Ältere hingegen, die im Geschichtsunterricht nicht nur Nationalsozialismus hatten, verweisen sofort auf den Westfälischen Frieden, dessen Ruhm sich Münster und Osnabrück teilen wie Brüssel und Straßburg das Europa-Parlament. Es gäbe soviel mehr zu erzählen. 2012 rehabilitierte der Stadtrat alle Hexen, bei deren Verbrennung einst Osnabrück besonders eifrig dabei war. Aber das hat kaum jemand mitgekriegt – das Rehabilitieren. Seit fast 300 Jahren schläft die Öffentlichkeitsabteilung, statt in die Welt hinauszuposaunen, dass die Stadt stolz ist auf 122 Regentage/Jahr, 12 Moscheen und einen Bischofssitz vom alten, beziehungsweise Großen Karl. Selbst die Anekdote von den tapferen SPD-Mitgliedern, die 1933 eine Hakenkreuzfahne von ihrem Parteisitz entfernten und ins durch die Stadt fließende „Gewässer 2. Ordnung“ (Amtsdeutsch) warfen, mussten wir erst mühsam recherchieren. Aber jetzt! Eine grüne Frau wurde zur ersten grünen Frau als Landrätin gewählt! Damit wird der Naturpark, in dessen Mitte die Stadt liegt, endlich auch flächendeckend mit Vogelschredderanlagen zur Windstromgewinnung zugepflastert – Solar geht leider nicht, wenn die Sonne nicht scheint, das wissen […]

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