Von Protest zur Bindung – Ralf Dahrendorfs späte Mahnungen

Im „Dahrendorf-Jahr“ 2019 (1. Mai 1929 Geb., 17. Juni 2009 Tod) konfrontiert uns der Blick auf sein Wirken mit vielen, nicht leicht zu vereinbarenden Bildern: der Mann des öffentlichen Lebens, der kultivierte und streitlustige Intellektuelle, der Publizist. Unvergesslich die Diskussion mit APO-Wortführer Rudi Dutschke auf dem Dach eines VW-Transporters 1968, bei dem er ihm die Umgehung der parlamentarischen Institutionen und eine pauschale antikapitalistische Schelte vorhält. Dann sehen wir den Ordinarius für Soziologie, der erst 1967 in die FDP eintritt, sie nach kurzer, aufregender Karriere aus EU-kritischen Motiven wieder verlässt und schließlich ein Vierteljahrhundert in England erfolgreich als Wissenschaftsmanager von sich reden macht; dort 1993 zum Lord geadelt und mit britischer Staatsbürgerschaft versehen wird. Das sind Zäsuren einer deutschen und europäischen Laufbahn, die noch glänzen (Franziska Meifort hat dazu 2017 eine empfehlenswerte Biografie im Münchner Beck-Verlag verfasst).

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