Generation Z

Ab jetzt wird nicht mehr in die Hände gespuckt. Bruttosozialprodukt? Was ist das?? (Foto:WELT)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Schlaff, Schlaff, Schlaff

 

Von GABY RÖHR

 

 Wir glauben, die Generation der neunziger Jahre und danach findet  die drei  F  fantastisch?
Also 
F– ridays F or F uture? Falsch!  Freunde, Familie, Freizeit sind das Credo!! Arbeit? Ja, sicher. Aber nur, wenn´s Spaß macht.
Und nur, wenn man sich  wohlfühlt im Job. Freizeit, viel Freizeit, sind vieeel wichtiger. Die Generation Z tickt anders. Schlaff. Schlaff. Schlaff
 

 

Okay, jede Generation hat ihre eigenen Vorstellungen.  Das war schon immer so.  Neue Generationen grenzen sich – bewusst oder unbewusst  – von der vorhergehenden ab. Nun also kommt die
Generation  Z , unsere künftigen gesellschaftlichen Stütze (!), auf die Arbeitsmärkte zu. 
Sie fordern noch nachdrücklicher als die Vorgängergeneration Y eine gute Work-Life-Balance – eine bessere Balance zwischen Arbeits- und Privatleben.  Freizeit, Freizeit über alles! In einer Studie des dänischen Peakon-Institutes wurden 18  bis 37 Jahre
alte Arbeitnehmer befragt. Ergebnis: Die Arbeits-Motivation  verhält sich linear zum Alter. 

 

Je jünger, desto weniger Bock auf Arbeit. Zahlen der Barmer Sachsen zeigen ein ähnliches Bild. Jüngere Arbeitnehmer lassen sich doppelt so oft
krankschreiben wie ältere. Zuhause – oft noch Hotel Mama – ist es halt gemütlicher, vor allem weniger stressig. Und wenn schon arbeiten, dann bloß nicht zu viel. Junge Frauen bis 25
Jahre präferieren  maximal 28 Stunden pro Woche, gleichaltrige Männer maximal 34 Stunden … So das Institut für Arbeitsmarkt und Berufsforschung.
Überstunden? Geht gar nicht! Karriere? Nicht wichtig.

 

Und was ist mit Teilzeit ??

 

„Ich erlebe jetzt zum ersten Mal, dass im Consultingbereich schon in Vorstellungsgesprächen nach einer Teilzeitstelle (!!) gefragt wird.“ (Jens Plinke,
Head of Employer Branding, Deloitte Deutschland)

„Sie haben hohe Erwartungen: viel Geld, viel Freizeit, viele Zusatzleistungen und 30 Tage Urlaub.“(Henning Müller-Ritzrow, Geschäftsführer,
Müller-Ritzrow GmbH)

 

Die auch “Digital Natives” – digital Eingeborene – genannte Z-Generation wurde bereits mit der Muttermilch digitalisiert. Sprich, die digitale Vernetzung
ist für sie essentiell und lebensnotwendig:  Wenig Fernsehen, dafür Netflix und Musik streamen – Filme, Musik nur noch Internet.  Von Youtubern und sogenannten “Influencern” (Meinungsmacher, Beeinflusser!!) lassen sie sich erzählen, was Sache ist in der Welt, wie sie
funktioniert.  Welche Produkte und Marken gerade besonders „wichtig“ und angesagt sind. Und Tante Google hat für jede Frage (die “richtige”)
Antwort parat – blitzschnell, Mausklick. Schwupp, schon wissen sie alles … 

 

Hinterfragen? Tiefe?  Nachdenken? Lästig und veraltet! Klar, auf Smartphones und Tablets tippten und
wischten viele schon als Kleinkinder noch bevor sie laufen und sprechen lernten… Das prägt auch das spätere Sozialverhalten. Statt zu telefonieren, verschickt man lieber Whatsapp- und
Sprachnachrichten. Ist schließlich einfacher, als sich im Gespräch mit dem Gegenüber direkt auseinander zu setzen. General-Motto der Geration Z: Nur kein Stress…

 

Bloß keine Verantwortung …

 

Schon die Generationen  X  (1966 – 80), die
Generation Y (1981 – 95) zeigten deutliche Unterschiede in Verhalten und Wertvorstellungen zu ihren Vorgängern, den Babyboomern. Generation X wird als ambitioniert, ehrgeizig und
materialistisch charakterisiert. Das berufliche Vorankommen und ein hoher Lebensstandard stehen ganz oben in der Werteskala.

 

Die Generation Y gilt als technologieaffin  und 
ich-bezogen, jedoch teamfähiger und idealistischer. Sie wollen etwas Sinnvolles machen, flexibel arbeiten. Sie akzeptieren, dass sich die Grenzen zwischen Arbeits- und Privatleben verwischen und
sind bereit, sogar mal Verantwortung für einzelne Projekte zu tragen.  Aber Verantwortung für das Ganze, will man eigentlich nicht,  Nee, das  lieber doch nicht …  

 

Generation Z tickt komplett anders. Sie braucht klare Ansagen und Strukturen (sic). Am liebsten in einem 9-to-5 Job. Das vielgepriesene
Home-office? Himmel nein! So die befragten Jugendlichen in einer Ausbildungsstudie von McDonalds.  Der Grund dafür ist simpel. Die
Z-Youngsters sind schlicht und einfach überfordert mit der flexiblen Zeiteinteilung des Home-Office. Wer von Helicopter-Mami einen total durchstrukturierten Tagesplan vorgekaut bekam
(Schule – Sport – Musikunterricht…)  und  im SUV bequem von einem Termin zum nächsten gekarrt
wurde, der hat eben nie gelernt, sich selber zu beschäftigen  und zu organisieren. Am Wohlfühl-Arbeitsplatz Punkt 5 Uhr nachmittags Griffel fallen
lassen,  Bürotür hinter sich schließen und dann ab in die Freizeit zu Freunden und Familie. SOOO muss das für die Generation Z sein!

 

Das hat mir keiner gesagt …

 

Laut Prof. Christian Scholz,  renommierter Arbeitswelt-Forscher und BWL-Professor  an der Saarland Universität,  ist es notwendig, einem Mitglied der Generation Z  alles kleinteilig zu erklären – in Minischritten. Beliebtester Z-Satz  – vorgetragen mit großen erstaunten
Äugelchen: „Das hat mir aber keiner gesagt.“ 

 

 Eigeninitiative? Himmel hilf! Prof. Scholz: „ Einem Z-Typ darf ich nicht ins Gesicht sagen, dass er
etwas falsch gemacht hat. Das würde ihn völlig durcheinander bringen. Die Generation Z ist schon durch Facebook gewöhnt, dass es ein „Like“ gibt – aber kein „Not-Like“.  Mimosen sind die auch noch…

 

Früher spießig, heute hip

 

Gemach? Z-ler sind eben bescheidener, weniger materialistisch, geben sich rasch zufrieden. Hauptsache bequem, gemütlich, wohlfühlen.
Herausforderungen? Verantwortung? Führung übernehmen?  Bloß nicht ! Kostet nur Zeit und Nerven – gefährdet Zufriedenheit, Harmonie, Glückseligkeit.
Geht gar nicht! Ein gemütliches Büro mit zwei bis drei netten Kollegen, Teepott und Grünpflanze, Fotos von Freund oder Freundin.  Passt schon… !
Nannte man früher spießig, heute hip!

 

Richtig interessant wird es, wenn die Generation  Z für die Rente der Generationen X und Y
sorgen muß. Das Erwachen dürfte schmerzhaft werden. Für ALLE !!!

 

 

Schöne neue Welt. Generation Z. Die 12 Gebote. Sintflut? Was ist das???

 

 

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