Internationale Filmemacher beeinflussen Bürgermeisterwahl in Görlitz

Es ist noch gar nicht so lange her, dass wieder einmal Vorwürfe laut geworden sind, »die Russen« hätten maßgeblich zum Sieg Donald Trumps bei der Wahl zum US-Präsidenten beigetragen. Bewiesen wurden diese Behauptungen bis heute nicht, bei Untersuchungen konnten keine entsprechenden Feststellungen gemacht werden. Dennoch versuchen bestimmte Medien, Altparteienpolitiker und Lobbygruppen immer wieder, jene Wahl beziehungsweise den Wahlausgang als nur bedingt demokratisch zustande gekommen darzustellen. Weil sich angeblich »die Russen« in die Wahl eingemischt und den Wahlausgang beeinflusst haben.
Jetzt ist die Wahl zum Oberbürgermeister von Görlitz natürlich nicht mit der Wahl zum US-Präsidenten zu vergleichen; die Aufgabenstellung und die Tragweite der politischen Entscheidungen weichen doch deutlich voneinander ab. Bemerkenswert aber ist, dass bei der jetzt anstehenden Wahl seitens unbeteiligter Dritter massiv Einfluss auf die freie Wahlentscheidung der Bürger genommen werden soll. Nicht etwa per Computersoftware, Bots oder im Geheimen, wie besagte Gruppen »den Russen« bei der US-Wahl vorwerfen.
Nein; Hollywood dreht da einen ganz schlechten Streifen und schickt ein paar sogenannte Prominente los, die in einem offenen Brief massiv den Görlitzer Bürgern eine Nichtwahlempfehlung aussprechen. Verbunden mit dieser Empfehlung ist auch gleich eine Drohung: wählen die Görlitzer nicht so, wie es sich die Filmschaffenden aus Hollywood vorstellen, so »wird das weltweit wahrgenommen und wird wohl auch Konsequenzen haben«, äußert sich Filmproduzent und Initiator der Aktion Michael Simon de Normier.
Kein einziger der Unterzeichner des offenen Briefs wohnt in Görlitz.

• Weiterlesen •