Gerecht wäre noch viel weniger

Anläßlich der derzeit in Frankreich stattfindenden Fußballweltmeisterschaft der Frauen ist wieder einmal die Debatte um eine gleichberechtigte Bezahlung von Männern und Frauen entbrannt. Die Vertreter der „Gender Pay Gap“-Theorie tun sich und ihrer Argumentation damit allerdings alles andere als einen Gefallen. Denn das Fußballfeld ist dünnes Eis für alle, die die vermeintlich ungerechte Lohnlücke zwischen den Geschlechtern schließen wollen.

Slogans wie, „Gleiches Geld für gleiche Tore“ oder das Heranziehen von Superstar-Gehältern wie dem von Cristiano Ronaldo, machen überdeutlich, wo die wahren Gründe für die so unterschiedlichen Löhne von Männern und Frauen liegen. Das Einkommen eines Fußballers richtetet sich eben nicht in erster Linie nach der Anzahl der Tore, die er schießt. Wäre dem so, würde so mancher Kreisliga-Held die Profis vom FC Bayern oder Real Madrid locker in die Tasche stecken. Auch die Zeit, die jemand ins Training und die Wettbewerbe investiert, ist allenfalls zweitrangig. Sonst dürften Profifußballer nicht so viel mehr verdienen als andere Sportler, deren Sport mindestens genauso aufwendig, wenn nicht gar aufwendiger ist.

Marxistisches Gedankengut dominiert die Debatte

Das Prinzip im Kapitalismus ist ein anderes: Wer viel Geld verdient, mit dem wird in der Regel auch viel Geld verdient. Trikotverkäufe, Werbeverträge, TV-Rechte. Man kann den „Kommerzfußball“ kritisieren; aber ohne diesen Kommerz gäbe es die fantastischen Gagen, von denen jetzt auch so manche Fußballerin träumt, eben überhaupt nicht. Diese Logik sollte eigentlich jedem einleuchten. Vielleicht außer den Norwegern, deren Verband sich für die sozialistische Lösung entschieden hat, wonach die Männer zugunsten der gleichen Bezahlung für die Frauen auf Teile ihrer Gelder „verzichten“.

Daß die Debatte um mehr „Lohngerechtigkeit“ derzeit dennoch so stark forciert wird, zeigt, wie verbreitet marxistisches Gedankengut mittlerweile im deutschen Mainstream ist. Bei den „öffentlich-rechtlichen“ Redaktionen muß einen das nicht weiter verwundern. Dank zuverlässig eingetriebener Zwangsgebühren, gibt es für den gemeinen Redakteur von ARD und ZDF keinerlei Notwenigkeit, sich mit schnöder Ökonomie auseinanderzusetzen.

Bei Medienmachern, die selbst von Zeitungsauflagen, Internet-Klicks und Werbeeinnahmen leben, würde man allerdings schon ein gewisses Grundverständnis für die Prinzipien der Wirtschaftlichkeit voraussetzen. Mit dem Fußballplatz haben sich die Kämpfer der „Lohngerechtigkeit“ jedenfalls das für sie und ihre Sache denkbar schlechteste Schlachtfeld ausgesucht. Da hilft es ihnen auch nicht, auf absolute Sonderfälle wie die USA zu verweisen, wo der „Moneymaker“ tatsächlich eher das Frauenteam ist.

Frauenfußball ist eine Randsportart

Ausnahmefälle können eben auch im Fußball nicht die Regel aushebeln. Schon gar nicht, wenn diese aus einem Land kommen, wo Fußball „Soccer“ heißt, und das ganz große Geld sowieso von den starken Männern im American Football gemacht wird. Den Frauen im internationalen Fußball kann man nur wünschen, daß sie nie – wie die Männer – nach den Einnahmen, die sie generieren (und damit gerecht) bezahlt werden. Sollten die DFB-Frauen in Frankreich nämlich den WM-Titel holen, bekäme jede Spielerin jeweils eine Prämie von 75.000 Euro. Von solchen Beträgen können Sportler und Sportlerinnen aus anderen Randsportarten nur träumen.

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