Deutschland: Gefährder wird seit 14 Jahren nicht abgeschoben

Der 31-jährige Raschid K. ist als islamistischer Gefährder der höchsten Risikoklasse eingestuft und wird immer wieder kriminell. Dennoch wurde seine Duldung bereits dreißig Mal verlängert.

Düsseldorf. Bereits vor 14 Jahren sollte Raschid K., 31 Jahre alt und vermutlich aus Tschetschenien, abgeschoben werden. Der Versuch misslang aber, weil Russland aufgrund seiner fehlenden Papiere behauptete, ihn nicht zu kennen. K. gilt als islamistischer Gefährder der höchsten Risikoklasse, als gewalttätig, kriminell und gefährlich – und trotzdem ist er auf freiem Fuß. Erst vor zwei Monaten wurden bei ihm in Düsseldorf eine halbautomatische Pistole samt Munition und Schalldämpfer gefunden.

Duldung dreißig Mal verlängert

Wie der Spiegel berichtet, wird die Duldung von K. seit 2014 immer wieder verlängert. Bereits dreißig Mal erhielt er so eine Verlängerung, denn eine Abschiebung bleibt bis auf Weiteres unmöglich. Seit seiner Ankunft in Deutschland beschäftigt er die Behörden. Er begeht Straftaten, die anscheinend nicht ausreichen, um ihn festzuhalten. Als im April Waffen und das Zubehör bei Raschid K. gefunden wurde, hatten die Behörden kurz Hoffnung. Doch der zuständige Ermittlungserichter des Amtsgerichts Düsseldorf, der zunächst zwar einen Haftbefehl erlassen hatte, setzte diesen im selben Augenblick wieder außer Vollzug. Als Begründung wurde genannt, dass K. nicht in Untersuchungshaft müsse, solange er bis zum Abschluss des Verfahrens straffrei bleibe. Und damit war der Gefährder wieder frei.

Fall erinnert an Amri

Der Fall Raschid K. erinnert sehr an den Fall Amri. Am 19. Dezember 2016 war Anis Amri mit einem Lkw in einen Berliner Weihnachtsmarkt gerast und hatte dabei elf Menschen getötet. Obwohl er den Behörden zuvor als Islamist und Krimineller bekannt war, war er auf freiem Fuß. Auch Raschid K., ein bekannter und krimineller Salafist, wird zwar von den Behörden beobachtet, ist aber weiterhin auf freiem Fuß.

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