Großmeister des Malteserordens verbietet alte Messe

Dies ging aus einem geheimen Brief hervor, über den der National Catholic Reporter berichtete, und der in den sozialen Medien verbreitet wurde.
»Wie sie alle wissen, erklärt das Motu Proprio Summorum Pontificum, obwohl es jedem Priester die Freiheit lässt, privat die außerordentliche Form zu zelebrieren, dennoch, dass innerhalb eines religiösen Instituts in dieser Sache durch den Oberenen entschieden wird, wie es der Rechtsnormen und den jeweiligen Statuten entspricht.«
»Darum habe ich als oberster Gewährträger des Zusammenhaltes und der Gemeinschaft des Ordens des hl. Johannes von Jerusalem […] entschieden, dass alle liturgischen Zeremonien innerhalb des Ordens der ordentlichen Form des Ritus der Kirche gefeiert werden müssen,« steht in dem Schreiben.
Damit wird dem Wiederaufblühen der Tradition im Orden, das schon vielerorts auszumachen war, ein jähes Ende gesetzt.
Besonders bitter ist dabei die Tatsache, dass sich der Orden unter Leitung des ehemaligen Großritters Fra‘ Matthew Festings in eine traditionelle Richtung bewegt hatte. Nach einem Skandal um die Verteilung von Verhütungsmitteln von einer Fraktion des Ordens, trat Fra‘ Festing zurück und ermöglichte so eine Machtübernahme der linken Fraktion. Noch vor kurzem beschwerte sich ein Senior-Mitglied des Ordens über den Eingriff des Vatikans unter Papst Franziskus, der den Orden ideologisch entkernte und zu einer NGO degradieren werde [Freie Welt berichtete].
Das unter der neuen Regierung nun Jagd auf die Tradition gemacht wird, gibt eigentlich keinen Grund zur Verwunderung.
Anfang Mai versammelte sich das Generalkapitel des Ordens in Rom, um einen neuen souveränen Rat zu wählen. Dabei waren der Italiener Dalla Torre del Tempio di Sanguinetto als Großmeister und der Deutsche Albrecht von Boeselager als Großkanzler bestätigt worden. Letzterer war in die Verhütungsmittelskandale verwickelt.
Mit dem Brief zeigt die derzeitige Regierung einmal mehr Farbe: alles ist erlaubt, nur die katholische Tradition nicht.
Kardinal Burke – der formell noch der geistliche Patronus des Ordens ist, aber durch einen Visitator des Vatikans faktisch ersetzt wurde – ist ein Befürworter der »alten Messe«. Als Bischof von La Crosse (USA) von 1995-2004 half er bei der Gründung von Kanonikern »Canons Regular oft he New Jerusalem« einer religiösen Gemeinschaft, die der Regel des hl. Augustinus folgt und ausschließlich die Lateinische alte Messe zelebriert.

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