George Soros finanziert Brexit-Gegner

Junge Freiheit

Der US-amerikanische Milliardär mit ungarischen Wurzeln George Soros stellte in seiner jüngsten Kolumne in der britischen Mail on Sunday klar, er sei stolz darauf, 400.000 Britische Pfund für eine Anti-Brexit-Kampagne zur Verfügung gestellt zu haben. Es sei seine Zuneigung zu Großbritannien gewesen, die ihn zu dieser Entscheidung veranlaßt habe.

Soros, ein ehemaliger Flüchtling aus dem kommunistischen Ungarn, der im September 1992 rund eine Milliarde US-Dollar als Währungsspekulant verdient hatte und seitdem mehrfach als Geldgeber verschiedener Nichtregierungsorganisationen auffiel, ist der Auffassung, daß das Verlassen der EU ein tragischer Fehler sei, der Großbritannien schwächen werde.

In der vergangenen Woche wurden Einzelheiten seiner Spenden an die Organisation „Best for Britain“ enthüllt. „Best for Britain“, das sich für einen Verbleib Großbritanniens in der EU einsetzt, erhielt aus dem von George Soros finanzierten Open-Society-Foundations-Netzwerk (OSF) seit dem Brexit-Votum im Juni 2016 den sechsstelligen Geldbetrag. Den Vorsitz der Kampagne führt aktuell Lord Mark Malloch-Brown, ein ehemaliger Minister der britischen Regierung und stellvertretender UN-Generalsekretär. „Wir, wie Millionen von Menschen, glauben, daß Großbritannien Europa anführen und nicht verlassen sollte“, so Malloch-Brown. Um dieses Ziel zu erreichen, „arbeiten wir mit Aktivisten, Unternehmen, Gewerkschaften, Politikern und Gemeindeverbänden zusammen“.

Soros spendet weitere 100.000 Pfund

George Soros hält es derweil „für entscheidend, den Versuch zu unternehmen, die Meinung der Menschen über das Verlassen der EU zu ändern. In der Brexit-Kampagne waren skrupellose Agitatoren am Werk. Die Wähler haben den Brexit genutzt, um ihre Unzufriedenheit mit dem aktuellen Stand der Dinge auszudrücken. Über die Folgen haben sie nicht nachgedacht.“ Nachdem mehrere angeblich rechtsgerichtete Medien die Spenden kritisierten, kündigte Soros am Montag an, weitere 100.000 Pfund an „Best for Britain“ zu spenden, berichtet der Guardian.

Den Großteil seines Vermögens generierte Soros im September 1992, als er gegen das nach seiner Sicht deutlich überbewertete Britische Pfund und auf das Ausscheiden aus dem Europäischen Währungssystem (EWS) wettete – damals eine der größten Währungsspekulationen seit Jahrzehnten. Soros tätigte im großen Stil Leerverkäufe. Das Britische Pfund fiel gegenüber der D-Mark innerhalb weniger Wochen um 15 Prozent, gegenüber dem US-Dollar sogar um 25 Prozent. So konnte Soros rund eine Milliarde US-Dollar an Gewinn einstreichen.

Medienhäuser und Bildungseinrichtung sind Dreh- und Angelpunkt

Mit seinen Open-Society-Foundations engagiert sich Soros nun seit einigen Jahren vor allem in osteuropäischen Ländern. Die dortigen Gesellschaften will er öffnen, ihnen, nach seiner Aussage, Menschenrechte, freie Meinungsäußerung und Demokratie bringen.

Bildungseinrichtungen, Medienhäuser und Behörden sind dabei Dreh- und Angelpunkte. So richten die Stiftungen aus dem OSF-Netzwerk Konferenzen aus, organisieren Schulungen und begleiten staatliche Einrichtungen bei Reformen und Umstrukturierungen.

Engagiert hat sich Soros auf diesem Weg nicht zuletzt auch im Ukraine-Konflikt und während des „Arabischen Frühlings“. Bereits im Jahr 2011 gab die ukrainische Partei der Regionen (PR) warnend zu verstehen, Soros werde „in der Ukraine libysche Verhältnisse zur Realität“ werden lassen, sofern ihm nicht Einhalt geboten werde.

Soros ist noch lange nicht müde

Inmitten des „Arabischen Frühlings“ erklärte der PR-Fraktionsvorsitzender Alexander Jefremow: „Ich besitze Informationen, nach denen Soros Gelder bereitgestellt hat, um eine bestimmte Gruppe junger Männer hier in der Ukraine aufzubauen, die jederzeit bereitstünden, auf der Grundlage der Beispiele in Nordafrika ausgearbeitete Szenarien in Gang zu setzen.“

Der 87jährige Soros ist noch lange nicht müde. Auch West- und Mitteleuropa hat er im Blick. Deutschland sieht er dabei als maßgeblichen Verteidiger des Euro-Systems. Am 12. August 2011 schrieb er in der Financial Times: „In Wirklichkeit hat Deutschland gar keine Wahl. Ein Zusammenbruch des Euros würde eine Bankenkrise lostreten, die von den globalen Finanzbehörden nicht mehr unter Kontrolle gebracht werden könnte. Je länger Deutschland braucht, um dies zu erkennen, einen um so höheren Preis wird es dafür bezahlen müssen. Angela Merkel kann den politischen Widerstand nur in einer Krisenatmosphäre und nur in kleinen Schritten überwinde.“

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