Wien: „Normalität“ bei Inseraten

BERICHT. Wie die Bundesregierung, hat auch die Hauptstadt im ersten Halbjahr deutlich weniger aufgewendet. Angekündigte Vergabekriterien lassen aber auch hier auf sich warten.

Im ersten Halbjahr 2022 wies die Stadt Wien Inseratenausgaben in Höhe von 8,03 Millionen Euro aus in der Medien-Transparenzdatenbank. Das entspricht ungefähr dem „Vor-Corona-Niveau“. 2019 hatte es sich im Vergleichszeitraum um 8,68 Millionen Euro gehandelt, 2018 um 7,25 und 2017 um 8.06 Millionen Euro. Zwischendurch kam es zu einem deutlichen Anstieg auf bis zu 12,50 Millionen Euro in den ersten sechs Monaten des vergangenen Jahres.

Wie bei der Bundesregierung bzw. dem Kanzleramt und sämtlichen Ressorts, die in der Pandemie im ersten Halbjahr zusammen bis zu 24,6 Millionen Euro (2021) auswiesen, wird das höhere Niveau mit Informationstätigkeiten begründet, die in diesem Zusammenhang notwendig gewesen seien; also etwa Kampagnen zu Schutzmaßnahmen.

Gut ein Viertel des veröffentlichten Inseratenvolumens der Stadt Wien entfiel heuer bis Ende Juli auf Boulevardzeitungen, wie eine Auswertung auf der Seite „medien-transparenz.at“ zeigt. Die Verteilung bei diesen entspricht ungefähr der Reichweite laut Media-Analyse: Für die Gratiszeitung „Heute“, die in Wien die meisten Leserinnen und Leser hat, werden rund 800.000 Euro angegeben, für die „Kronen Zeitung“ knapp 700.000 und für „Österreich – oe24“ inklusive „Österreich AM SONNTAG“ 665.000 Euro. In Summe waren das mehr als zwei Millionen Euro.

Im Arbeitsprogramm der rot-pinken Stadtregierung heißt es zum Thema Inserate: „Bei Medienkooperationen und Inseraten legt die neue Stadtregierung in ihrer Kommunikationsstrategie fest, dass sie bevorzugt mit jenen Medien zusammenarbeiten wird, bei denen journalistische Sorgfalt, Innovation sowie Aus- und Weiterbildung der Journalist_innen einen hohen Stellenwert haben. Hierfür werden klare und transparente Kriterien und Sanktionen definiert.“ Letzteres lässt auf sich warten.

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