Deutschland will Asylkriterien für LGBT-Migranten ausweiten

Die linke deutsche Ampel-Regierung will die Kriterien für einen positiven Asylantrag für LGBT-Migranten erweitern. Künftig sollen LGBT-Asylbewerber unabhängig davon Asyl beantragen können, ob sie ihre Sexualität oder Geschlechtsidentität öffentlich offen oder verdeckt leben.
Das deutsche Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) kündigte diese Woche an, dass es die Kriterien ab Oktober dieses Jahres ändern wird, um seine »Verhaltensprognose« abzuschaffen, die davon ausgeht, dass die Asylbewerber in ihren Heimatländern offen und öffentlich zu ihrer Sexualität oder Geschlechtsidentität stehen und deshalb dafür verfolgt warden,wie Breitbart News berichtet.
Ab Oktober könnte auch derjenige, der seine Sexualität offen auslebt und aus einem Land kommt, das Gesetze gegen Homosexualität hat oder wegen seiner sexuellen Orientierung verfolgt werden könnte, einen positiven Asylbescheid in Deutschland erhalten,berichtet die Bild-Zeitung.
»Bei der Entscheidung über das Rückkehrrisiko ist davon auszugehen, dass der Antragsteller seine sexuelle Orientierung und/oder Geschlechtsidentität bei der Rückkehr in sein Heimatland offen ausleben wird«, heißt es in der bisherigen BAMF-Anweisung.Der Lesben- und Schwulenverband (LSVD) reagierte positiv auf die neuen Kriterien und bezeichnete die »Verhaltensprognose« als »unmenschlich« und erklärte: »Nur so können LGBTQ+-Flüchtlinge ihr Recht auf ein Leben in Sicherheit verwirklichen – so diskret oder offen, wie sie es selbst wünschen.«
In den vergangenen Jahren waren einige europäische Länder skeptisch gegenüber Asylbewerbern, die behaupteten, homosexuell zu sein, um den Flüchtlingsstatus zu erhalten. Im Jahr 2018 entschied der Gerichtshof der Europäischen Union, dass Asylbewerber nicht psychologisch getestet werden sollten, um die Gültigkeit ihrer Anträge zu bestimmen, nachdem der Antrag eines Nigerianers, der in Ungarn Asyl beantragt hatte, nach einem psychologischen Gutachten abgelehnt worden war.
Im September desselben Jahres lehnte Österreich das Asylgesuch eines afghanischen Mannes ab, der behauptete, homosexuell zu sein, nachdem das österreichische Bundesamt für Asyl (BFA) erklärt hatte, dass es unwahrscheinlich sei, dass der Mann homosexuell sei, da sich auf seinem Mobiltelefon keine homosexuelle Pornografie befunden habe.

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