Indien und China machen die westliche Politik zum Gespött

Vijay Jayaraj

Inmitten der europäischen Energiekrise kann man leicht andere Ereignisse übersehen, die für die Diskussion über die Klimawandel-Bewegung von Bedeutung sind. Dazu gehören eine Reihe von Rückschlägen für die grüne Politik in China und Indien.

Diese Länder, in denen drei Milliarden Menschen leben, haben die Umsetzung von Verpflichtungen in Bezug auf erneuerbare Energien verzögert und die Produktion und den Verbrauch fossiler Brennstoffe massiv gesteigert.

Auf dem Gipfeltreffen der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit erklärten die chinesischen und indischen Staatsoberhäupter – zusammen mit ihren Amtskollegen aus Russland und der Türkei – ausdrücklich, dass sie nicht zu einer Verringerung des Verbrauchs fossiler Brennstoffe gezwungen werden können, und forderten „verstärkte Investitionen in die Öl- und Gasproduktion und -exploration“.

Wie üblich veröffentlichten die Mainstream-Medien diese Nachricht weder in den Schlagzeilen noch diskutierten sie darüber, dass die Verbreitung fossiler Brennstoffe in diesen Ländern die so genannten Netto-Null-Maßnahmen im Westen für die Ziele der Klimaalarmisten irrelevant macht.

Als zweitgrößter Kohleverbraucher der Welt und Heimat von 1,3 Milliarden Menschen hat Indien sein Engagement für die Umstellung auf erneuerbare Energien vernachlässigt. Berichten zufolge hat das Land seine Ziele für die Installation von Solaranlagen deutlich verfehlt und damit seine allgemeinen Umstellungsziele gefährdet. Die indische Economic Times berichtete, dass bei mindestens 25 Gigawatt (GW) an Solarstromprojekten, die bereits in Betrieb oder fast fertiggestellt sein sollten, Verzögerungen oder Unsicherheiten aufgetreten sind.

Die Verzögerungen bei der Installation von Solaranlagen machen es nun unmöglich, den geplanten Zubau von 450 GW an erneuerbaren Kapazitäten bis 2030 zu erreichen. Die Times berichtet, dass Indien „im Jahr 2021 10 GW an Solarkapazität hinzugefügt hat, während es jedes Jahr fast 30 GW hinzufügen müsste, um das Ziel erreichen zu können“. Die National Solar Mission – Indiens international renommierte Solarenergiestrategie – liegt in Trümmern, da nur die Hälfte der versprochenen Kapazität vorhanden ist.

Indien betrachtet Kohlekraftwerke als integralen Bestandteil seines Energiesektors. Das geht so weit, dass die Regierung sogar die Frist für den Einbau von Abgasfiltern für Kohlekraftwerke verlängert hat. Nach Ansicht von Experten überwiegen die Vorteile des Betriebs dieser Kraftwerke ohne Filter bei weitem die Unannehmlichkeiten durch Schadstoffe.

In China hat Premierminister Li Keqiang dazu aufgerufen, „fortgeschrittene Kohlekapazitäten so weit wie möglich freizugeben und eine langfristige Kohleversorgung umzusetzen“. In krassem Gegensatz zum Engagement des Landes für eine Netto-Null-Wirtschaft haben die führenden Politiker die Ausgaben für Kohle verdoppelt – ein Schritt, den der Klimaindustriekomplex kaum erwartet hatte. China hat in diesem Jahr bereits eine Steigerung der Kohleproduktion um 300 Millionen Tonnen angeordnet.

Im August näherte sich die chinesische Kohleverstromung dem Allzeithoch vom Januar 2021, da die Provinzen sich bemühten, die durch die Dürre verursachten Stromausfälle in den Wasserkraftwerken auszugleichen. Im Jahr 2022 kam es sowohl in der Provinz Sichuan als auch in deren Hauptstadt Chengdu zu Energieengpässen, die Unternehmen und Fabriken zur Schließung zwangen. In Chengdu wurde sogar die Beleuchtung der U-Bahn abgeschaltet.

Analysten sind der Meinung, dass Kohle für Chinas Energiezukunft unverzichtbar ist und dass Engpässe wie diese diese Behauptung nur bekräftigen. Man geht sogar davon aus, dass Präsident Xi selbst zu den Fünfjahresplänen für die Entwicklung des Landes beigetragen hat, die eine Abkehr von der Kohle rückgängig machen sollen.

Im Gegensatz zu den Vorhersagen in Tausenden von Artikeln und Analysen hat China seinen Spitzenverbrauch an Kohle noch lange nicht erreicht.

Die ständig steigenden Treibhausgasemissionen Indiens und Chinas machen die Strategien des Westens zur Emissionsreduzierung sinnlos. Chinas jährliche CO2-Emissionen aus der Kohlenutzung sind um ein Vielfaches höher als die vergleichbaren Emissionen anderer entwickelter Volkswirtschaften.

Im Jahr 2021 waren die kohlebedingten CO2-Emissionen Chinas mit 7421 Millionen Tonnen (MMT) fast zehnmal so hoch wie die der USA mit 889 MMT. Der geplante Ausbau der Kohlekapazitäten in China wird die Bemühungen der USA um Emissionssenkungen weiter zunichte machen.

Es macht keinen Sinn, dass die Politiker in den westlichen Ländern die Bürger im Namen eines vorgetäuschten Klimanotstands mit höheren Energierechnungen und Stromknappheit bestrafen.

Selbst wenn es eine Krise gäbe, machen die ständig steigenden Emissionen aus den Entwicklungsländern die westliche Klimapolitik zu einem historischen Anachronismus und einer wissenschaftlichen Absurdität, die lächerlich wäre, wenn sie nicht so zerstörerisch für Wirtschaft und Leben wäre.

This commentary was first published at Newsmax, on September 22, 2022, and can be accessed here.

Vijay Jayaraj is a Research Associate at the CO2 Coalition, Arlington, VA. He holds a master’s degree in environmental sciences from the University of East Anglia, UK and resides in India.

Link: https://cornwallalliance.org/2022/09/india-china-emissions-make-mockery-of-western-policies/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

 

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