Euro stürzt ins Bodenlose!

Auf den Devisenmärkten vollzieht sich eine stürmische Entwicklung. Eine mittlerweile galoppierende Inflation, rasant steigende Zinsen und die zu guten Teilen hausgemachte Energiekrise lassen den Wert des Euro immer weiter fallen, egal im Vergleich zu welcher Währung. Gegenüber der Leitwährung, dem US-Dollar, fiel der Euro mit 0,98 Dollar auf den tiefsten Stand seit 20 Jahren.
Der Grund für die Entwicklung ist einfach: Während die US-Notenbank den Leitzins beständig nach oben stellt, versucht die Europäische Zentralbank ihre Politik der niedrigen Zinsen beizubehalten. So stieg der Leitzins in den USA auf über 3 Prozent an, während er im Euro-Raum nicht über 1,25 Prozent anstiegt und auch das erst mit einer längeren Verzögerung.
Die Folgen sind verheerend. Die Händler flüchten sich in Währungen, die wertvoller sind. Das ist nicht nur der US-Dollar. Auch die meisten anderen Währungen gewinnen gegenüber dem Euro an Wert. Seit Anfang 2021 hat der Rubel um 50 Prozentzugelegt, der Renminbi um fast 15 Prozent und sogar das Pfund legte mit 2,2 Prozent leicht zu. Ausnahmen sind der japanische Yen und die Schwedische Krone.
Wirtschaftsfachleute wissen zwar, das eine schwache Währung an sich noch nichts Schlechtes bedeutet. Allerdings hilft eine Entwertung seiner Währung nur dem Staat, dessen Exportwaren auf dem Weltmarkt zu den Billigprodukten zählen. Gerade auf diesem Weg wird ja die Konkurrenz ausgestochen. Wenn aber die Produktion von Billigprodukte die Zukunft Europas sein soll, dann sieht es schwarz aus.

Leserbriefe

Nachrichten, Kommentare, Leserbriefe - News im Minutentakt.