Die Mär vom grünen Wahlsieg bei der EU-Wahl

Die Grünen haben im neuen EU-Parlament nach aktuellem Stand 69 Sitze; das ist ein Plus von 17 Sitzen und somit ein Gewinn. Doch damit hat es sich dann auch. Denn die Grünen stellen in der kommenden Legislatur weder die stärkste Fraktion noch haben sie den größten Zuwachs an Sitzen zu verzeichnen – und somit wird das vor allem von deutschen Mainstreammedien verbreitete Märchen vom angeblichen grünen Wahlsieg entkräftet.
Die stärkste Fraktion sind – noch – die EVP. Das gilt aber nur für den Fall, dass Orban mit Fidesz in der EVP verbleibt. Sollte er den Wechsel zu den EU-Kritikern vollziehen, wird dieser Block der stärkste im neuen Parlament sein. Mutmaßlich wird sich diesem Schritt dann auch die slowakische SDS anschließen. Die hatte schon vorab ihren Verbleib in der EVP von der Entscheidung Orbans abhängig gemacht. Wechselt Fidesz, so wechselt auch die SDS.
Doch selbst ohne den Wechsel der Ungarn finden sich die wirklichen Wahlsieger bei den EU-Kritikern. Insgesamt holt man nach aktuellem Stand 172 Sitze und somit 18 mehr als bei der vorhergehenden Wahl. Die stärksten Einzelparteien kommen aus dem Lager der EU-Kritiker, der größte Stimmenzuwachs ist bei ihnen zu verzeichnen. Niemals zuvor haben bei einer Wahl zum Europaparlament so viele Menschen für EU-kritische Parteien votiert.
Wenn man also den wirklichen Sieger dieser Wahl benennen will, dann sollte man so ehrlich sein und die Fakten auch als solche benennen – und nicht wie die deutschen Mainstreammedien die Faktenlage nach eigenem Gutdünken auslegen zu wollen.

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