„Mitten im Leben“-Studie bescheinigt Frauen riesige Angst vor Altersarmut

Von Elisa David | Das Familienministerium hat die Studie „Mitten im Leben – Wünsche und Lebenswirklichkeiten von Frauen zwischen 30 und 50 Jahren“ veröffentlicht. Darin werden unteranderem die berufliche Situation, das finanzielle Nettoeinkommen und die durchschnittliche Rentenhöhe von Frauen und Männern aufgeführt und verglichen und es fällt auf, dass – wie könnte man es anders erwarten – Frauen weniger verdienen als Männer. So verdient kaum eine Frau 2000 Euro netto, was auch „dramatische“ Folgen für die Alterssicherung haben soll.

Die zentralen Aussagen der Studie besagen, dass trotz Berufsqualifikation nur 39 Prozent der Frauen zwischen 30 und 50 Jahren Vollzeit erwerbstätig sind, während es bei den Männern 88 Prozent sind. Nur zehn Prozent haben ein eigenes Nettoeinkommen über 2000 Euro, bei den Männern sind es 42 Prozent, knapp die Hälfte der Männer verdienen demnach deutlich besser. Von den verheirateten Frauen haben 19 Prozent kein eigenes Einkommen und insgesamt 63 Prozent von ihnen verdienen unter 1000 Euro. Eine Mehrheit der Frauen kann ihre Existenz wegen des geringen Einkommens nicht ausreichend sichern, was auch die Alterssicherung negativ beeinflussen wird. Dementsprechend fürchtet mehr als die Hälfte der Frauen, dass sie trotz Erwerbstätigkeit nicht von ihrer eigenen Rente leben können und setzen auf die ihres Partners. Doch im Falle einer Scheidung oder des frühen Todes ihres Partners könnte ihnen Altersarmut drohen. Deshalb erwarten 74 Prozent der geschiedenen Frauen keine substanzielle Rente, die Quote der alleinerziehenden Frauen liegt nur wenig niedriger. Allgemein sollen vor allem Kinder bei Frauen die Wahrscheinlichkeit zu einer geringeren eigenen Rente erhöhen. So erwarten 35 Prozent der Frauen in einer kinderlosen Partnerschaft, aber dagegen 60 Prozent der Mütter trotz Erwerbsfähigkeit keine existenzsichernde Rente. 

Um den Frauen „ihre Angst vor Altersarmut“ zu nehmen, befragte man sie auch „nach nötigen Reformen“, was schwerpunktmäßig zu drei Antworten führte. 96 Prozent fordern Entgeltgleichheit, also dass Frauen bei gleicher oder gleichwertiger Qualifikation und Tätigkeit denselben Stundenlohn erhalten. 94 Prozent verlangen, dass es keine Rentenlücke zwischen Frauen und Männern geben darf. 92 Prozent fordern, dass Frauenberufe bei gleichwertiger Ausbildung und Qualifikation genauso gut bezahlt werden wie Männerberufe. 

Jetzt stellt sich nur die Frage, warum zeigt die Regierung uns das? Was sollen wir damit? Zusammengefasst besagt es doch nur, was die Feministen seit Jahren predigen: Frauen kriegen weniger, wollen aber mehr. So überraschend sind die Zahlen doch nicht. Natürlich arbeiten Frauen weniger, das war schon immer so. Ich will hier niemanden vor Überraschung vom Hocker hauen, aber Frauen können Kinder kriegen – und tun das auch manchmal. Und wenn sie sie nicht gerade abtreiben, dann behalten sie die sogar. Und dann müssen die erzogen und gefüttert werden. Kinder haben nämlich die Angewohnheit Zeit zu kosten. Und die hören nicht nach acht Stunden damit auf. Kinder zu haben und sich darum zu kümmern ist wie ein Beruf – der meist an den Frauen hängen bleibt. Wie soll eine Mutter ein Kind großziehen und gleichzeitig Vollzeit arbeiten? Es ist doch ziemlich logisch, dass jemand der weniger arbeitet auch weniger bekommt, als jemand der viel arbeitet. Das ist vielleicht nicht so gerecht, wenn man sieht was die Frauen zu Hause alles leisten müssen, aber da kommen die Männer ins Spiel. Die können ohne weiteres zur Arbeit gehen, während die Frau sich um die Kinder kümmern und das auch Vollzeit. Aber das schöne an einer freien Gesellschaft ist, dass man die Wahl hat. Dann kann sich die Frau zwar nicht in ihrem erlernten Beruf „verwirklichen“, aber was wird denn höher gewertet, ihre Selbstverwirklichung, oder die grundlegende Versorgung des Kindes.

Was tatsächlich tragisch an den Statistiken ist, ist die Tatsache, dass es nicht mehr ausreicht. Früher, als die Frauen nicht arbeiteten, waren sie abgesichert, sobald sie einen halbwegs fähigen Mann geheiratet haben. Wenn er gearbeitet hat, konnte er die ganze Familie versorgen. Doch heute reicht es teilweise nichtmal mehr, wenn beide arbeiten – die Frauen haben Angst vor der Zukunft. Dabei müsste es doch jetzt erst recht ausreichen.

Warum kann man in einem freien Land nicht die Wahl haben? Wenn eine Frau gerne arbeiten möchte, dann sollte sie das tun können. Wenn eine Frau die Kinder die sie bekommen hat selbst groß ziehen möchte, dann sollte sie das können. Das schöne an einer freien Gesellschaft ist, dass man die Wahl hat. 

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