Razzia: Polizei geht gegen irakisch-syrische Rocker vor

DÜSSELDORF. Die Polizei in Nordrhein-Westfalen ist am Mittwoch morgen mit einer Großrazzia gegen die irakisch-syrische Rockergruppe „Al-Salam-313“ vorgegangen. Den Mitgliedern der Organisation werden unter anderem Waffenhandel und Schleuserkriminalität vorgeworfen, teilte die Polizei mit.

Die Beamten durchsuchten in elf Städten Gebäude. Schwerpunkte der Razzia waren der Raum Köln und das Ruhrgebiet. Die Ermittlungen richten sich gegen 34 Hauptbeschuldigte. Eine Person wurde vorläufig festgenommen. Die Polizisten beschlagnahmten Bargeld, Drogen und Computer.

Auch der Staatsschutz ermittelt

Die Rocker stünden bereits seit längerer Zeit im Fokus der Sicherheitsbehörden, sagte ein Polizeisprecher der FAZ. Der Handel mit gefälschten Ausweisen und Sprachzertifikaten sei neben Drogengeschäften ihr bevorzugtes Tätigkeitsfeld.

An der Razzia seien 800 Polizisten beteiligt gewesen, berichtet die Bild-Zeitung. Neben Spezialkräften und Hundertschaften sei auch der Staatsschutz an dem Einsatz beteiligt gewesen. Die Gruppe stehe im Verdacht, Milizen in ihren Heimatländern zu unterstützen.

Der nordrein-westfälische Innenminister Herber Reul (CDU) sagte: „Nach dem bisherigen Stand war das ein erfolgreicher Schlag gegen die organisierte Kriminalität.“ Die Aktion zeige, daß in dem Bundesland „konsequent gegen jede Form der Kriminalität“ vorgegangen werde.

Rocker nennen sich „Krieger Muhammads“

Das arabische „al-Salam“ bedeutet Frieden. Der Zahlencode 313 steht im schiitischen Islam für die 313 Gefährten, mit denen der Imam Muhammad al-Mahdi auf die Erde zurückkehren werde. Die Rocker bezeichneten sich daher selbst als „Gefährten“ oder „Krieger Muhammads“. Sie sollen auch über Kontakte zur irakischen Regierung verfügen.

Nordrhein-Westfalen gilt als eine Hochburg krimineller arabischer Organisationen und Clans. So war erst im vergangenen März bekannt geworden, daß es dort rund 100 kriminelle Großfamilien gibt. (ag)

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