Pierre Manent und die Zukunft Frankreichs

Es dürfte allgemein bekannt sein, dass der französische Staat seit 1905 sich dem Prinzip des Laizismus verpflichtet weiß. Das heißt einerseits, Staat und Kirche sind strikt – viel strikter als in Deutschland – getrennt, andererseits kennt der Staat offiziell auch nur individuelle Bürger, die Glaubensgemeinschaften als Korporationen haben, keinen Status im öffentlichen Leben. Das gilt selbst für die traditionell größte Glaubensgemeinschaft, die Katholiken, die lange Zeit vom Staat sogar mit einer ausgesprochenen Feindseligkeit behandelt und bekämpft wurde. Diese Zeiten mögen vorbei sein, aber an der Fiktion, dass Religion eine reine Privatsache sei, wird festgehalten. Angesichts der nicht unbedingt immer erfreulichen Erfahrungen, die Deutschland mit dem Versuch macht, den Islamverbänden einen kirchenähnlichen Status zu verleihen und mit ihnen zu kooperieren, könnte man durchaus versucht sein zu meinen, dass das französische Staatsmodell in seinem Umgang mit muslimischen Immigranten und Religionsverbänden dem deutschen überlegen ist.

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