EU-kritische Parteien in Umfragen jetzt vor den Sozialdemokraten

Die Angst der selbsternannten Volksparteien vor einem Erstarken der EU-kritischen Parteien im Hinblick auf die Ende des Monats stattfindende Wahl zum Europäischen Parlament ist neuesten Umfragen zufolge mehr als nur berechtigt. Aktuell haben die EU-Kritiker die Fraktion der Sozialdemokraten mehr als deutlich hinter sich gelassen; lediglich die Fraktion der Europäischen Volksparteien, zu denen aus Deutschland CDU und CSU gehören, rangieren trotz starker Verluste noch knapp vor den EU-Kritikern.
Vor allem der von Matteo Salvini initiierte Zusammenschluss der Kritiker zu einer neuen Fraktion (EAPN) hat für einen immensen Aufschwung in den Unfragen geführt. Sie allein erhält 85 der insgesamt 751 Sitze. Hinzu kommen noch 29 Sitze der EFDD (Europa der Freiheit und direkter Demokratie; unter anderem Brexit-Partei von Nigel Farage) und 75 Sitze der ECR (Europäische Konservative und Reformer; unter anderem die polnische PiS). Allerdings sind die Gespräche über einen Zusammenschluss der drei Fraktionen respektive eines Übertritts sowohl der BP wie auch der PiS zur neuen Allianz noch lange nicht abgeschlossen. Die jetzt prognostizierten 189 Sitze für die EU-Kritiker sind deutlich mehr als die der Sozialdemokraten (137 Sitze) und nur knapp weniger als die der Europäischen Volksparteien (EVP, 191 Sitze).
Die Liberalen könnten auf knapp 100 Sitze kommen; so sich die Macron-Partei ihnen anschließen wird. Die Grünen werden etwa 50 Sitze erhalten, minimal mehr als die Linksparteien. Die restlichen etwa 30 Sitze verteilen sich auf unabhängige Kandidaten oder Klein- und Kleinsparteien, die keiner der erwähnten Kategorien zuzuordnen sind.

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