Deutschland sucht eigene Klima-Ikone

Die Sorge um das Klima treibt immer neue Blüten. Nachdem die „Fridays for Future“-Demonstrationen zum wöchentlichen Ritual wurden, lädt sich nach dem Vorbild des Weltwirtschaftsforums auch der VW Konzern eine Teenagerin ein, die den Führungskräften den Kopf waschen soll. Am Dienstag trat die 18 Jahre alte Clara Meyer in Berlin vor die Manager.

Ähnlich wie das schwedische Vorbild Greta Thunberg richtete auch Meyer Vorwürfe an die Konzernchefs. Die Verantwortlichen beim Wolfsburger Autobauer seien nur stolz auf die hohen Umsätze und kümmerten sich nicht um das Schicksal der Umwelt und der kommenden Generationen. Die von VW angekündigte Umstellung auf E-Autos sei nicht genug, Elektro-SUVs nicht die Lösung. „Wer glaubt, tonnenschwere Autos seien klimafreundlich, hat das Problem nicht ansatzweise verstanden.“

In Köln trat am Dienstag abend ein Viertklässler vor den Ausschuß für Anregungen und Beschwerden des Stadtrats und präsentierte seine Ideen für eine klimafreundliche Verkehrspolitik. „Ich bin hier, weil ich finde, daß Köln mehr für den Klimaschutz tun muß“, sagte der zehn Jahre alte Junge laut Kölner Stadt-Anzeiger während der Sitzung.

Grundschüler will Kölner Verkehrspolitik ändern

Sein Vorschlag sieht vor, sich am Vorbild des italienischen Bologna zu orientieren. Dort war für mehrere Monate während der vergangenen zwei Jahre ein Bonus-System für Verkehrsteilnehmer getestet worden. Wer statt des Autos öffentliche Verkehrsmittel oder das Rad nutzt, bekommt Punkte, die in Geschäften eingelöst werden können.

Wie schon bei Greta war auch in diesem Fall die Presse angetan von den Ideen. Die angedachten Maßnahmen des Grundschülers, die Taktung von Bussen und Bahnen zu erhöhen und sie mit Ökostrom zu betreiben, wurden begeistert aufgenommen.

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