Ende ohne Schrecken

ZAHLEN ZUM TAG. Die Impfpflicht fällt. Sie hat mehr Schaden als Nutzen gebracht und wäre wohl ohnehin nie angewendet worden.

Die Tageszeitung „Der Standard“ hat es als erste angedeutet: Die Regierung plane ein komplettes Ende der Impfpflicht. Jetzt ist es fix. Bilanz: Die Impfpflicht hat mehr Schaden als Nutzen angerichtet, obwohl sie nie angewendet worden ist und es wohl auch nie dazu gekommen wäre.

Der Schaden erahnen lässt sich in der Entwicklung der Corona-Erstimpfungen seit dem vergangenen Herbst. Sie lässt den Schluss zu, dass es kontraproduktiv war, Druck auszuüben: Am 14. November wurde vom damaligen Kanzler Alexander Schallenberg (ÖVP) ein Lockdown für Ungeimpfte angekündigt. Vier Tage später vereinbarten er, Ex-Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne) und die Landeshauptleute nicht nur einen Lockdwon für alle, sondern auch die Einführung einer Impfpflicht. Seither ist die Zahl der Erstimpfungen eingebrochen. Und zwar dauerhaft.

Gut drei Viertel der Menschen in Österreich sind zumindest einmal geimpft. Seit mehreren Monaten kommen im Schnitt nur noch 0,001 Prozent dazu. Zuletzt waren es etwas mehr, wobei rund 4000 Fälle besonders ins Gewicht fallen, die von Sonntag auf Montag aus Wien gemeldet wurden (siehe Grafik). Davor und danach handelte es sich hier in der Regel um ein paar Dutzend.

Der Schaden, der angerichtet worden ist, wird von Gesundheitsminister Johannes Rauch (Grüne) bestätigt. In einem Interview mit der „Tiroler Tageszeitung“ hat er vor wenigen Tagen erklärt: „Die Debatte um die Impfpflicht hat die Impfung an sich diskreditiert. Und das ist ein enormer Schaden.“

Zuletzt wurde die Nichtumsetzung der Impfpflicht unter Verweis auf die epidemiologische Lage einmal mehr fortgesetzt. Das ist absurd: Ursprünglich wurde sie ausdrücklich als Vorsorgemaßnahme dargestellt: Es sollten genügend Menschen geschützt sein, wenn es notwendig ist. Erst am Höhepunkt einer schweren Welle damit anzufangen, ist zu spät. Die Vorlaufzeit beträgt mehrere Monate. Es ist eher so, dass sich Regierende nicht getraut haben, ernst zu machen.

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