Drohende Stromausfälle: „ZDF-logo” bereitet die Kleinen schonmal auf den Blackout vor



„Schau mal Mami, die Playstation läuft ja auch mit Batterie!“ (Symbolbild:Imago)

Wie gut, dass zum öffentlich-rechtlichen Bildungsauftrag – nach zeitgemäßer Lesart – das Durch-Framen nicht nur der pensionierten Kernzielgruppe, sondern aller Altersstufen gehört, um die segensreichen Auswirkungen einer suizidalen Energie- und Außenpolitik schönzureden und richtig „einzuordnen“. Statt Kritik am vorsätzliches Politikversagen zu üben und Sabotage anzuprangern an den Kernverpflichtungen des Staates, die Grundbedürfnisse seiner Bürger einschließlich Mobilität und stabiler Stromversorgung sicherzustellen, gewöhnt das ZDF in seinen Jugend- und Kinderkanälen die nachwachsende Generation lieber schonmal prophylaktisch an die näherrückenden unvermeidlichen Auswirkungen dieser Politik.

Die Kindernachrichtensendung „ZDF logo“ bewerkstelligte diese Aufgabe jetzt in spielerischer Verharmlosung: Mitarbeiter Sherif wagte dort den Selbstversuch – und verzichtete zwei Tage freiwillig auf Strom. Dabei lernt Sherif Erstaunliches: Weder Heizung, noch Kühlschrank, noch Licht, warmes Wasser, Türklingel und überhaupt „mein ganzer Technikkram“ funktionieren nicht! Das naheliegende Umstellen auf Gaskocher und Kerzen befriedigt ihn nicht – denn weder laufen Smartphone noch Playstation. Schließlich wird ihm in einem Moment zivilisationskritischer Einsicht  schlagartig klar, wie „krass abhängig” wir alle von Strom sind. Tenor im unausgesprochenen Subtext: Das ist krank! Diese Abhängigkeit, wie jede andere auch, darf kann nicht gut sein! Zeit für Änderungen, gewöhnt euch schonmal dran.

Selbstversuch und Zivilisationskritik

Deshalb gibt’s dann auch im Begleittext zum Beitrag von Sherif nützliche Tipps für die Wohlstandskids der Gebührenzahler, was sich tun lässt, sollten demnächst Licht, Heizung, technische Geräte oder die Küche „einmal wirklich ausfallen”: Bei Lichtausfall könne man es sich „erstmal schön gemütlich machen, vorausgesetzt ihr habt vorher Kerzen eingekauft“ – oder noch besser: „batteriebetriebene Taschenlampen und dabei ganz wichtig: Ersatzbatterien nicht vergessen!“ Außerdem empfehlenswert seien „LED-Lampen oder solarbetriebene Lichtquellen, die ihr tagsüber im Sonnenlicht aufladen könnt.“ Beim Ausfall technischer Geräte empfiehlt der Sender „jede Menge Ersatzakkus oder volle Ladestationen, mit denen ihr zum Beispiel auch Handys oder Laptops aufladen könnt.“ Und wenn die Küche ausfällt, soll man „immer einen Campingkocher parat haben“.

Und auch auf die – von Robert Habeck & Konsorten bereits vorbereitete und fahrlässig heraufbeschworene – Gaskrise wird natürlich eingegangen, auch wenn ihre Ursachen und die Schuldigen natürlich nicht genannt werden, sondern hier so getan wird, als handele es sich dabei um unabänderliche Schicksalsschläge: Ein Heizungsausfall sei „im Sommer natürlich erstmal kein Problem… Im Winter allerdings schon und dann heißt es: Decken und Schlafsäcke raus, damit ihr vor allem in der Nacht nicht friert. Tagsüber hilft euch Thermounterwäsche, die euren Körper zusätzlich warmhält.“ Überlebenstips für die grünmoralische Haltungsjugend.

Wahre Gründe bleiben ungenannt

Als mögliche Hintergründe real drohender Gasengpässe und Stromausfälle werden natürlich nicht die hausgemachte Krisen oder eine verantwortungslose, ideologietriefende Politik seit mindestens 20 Jahren identifiziert, sondern einige Beispiele höherer oder externer Gewalt angeführt: „Massive Unwetter”, „starke Schneefälle” (gibt’s die bei der fortschreitenden Erderwärmung künftig überhaupt noch?) oder auch ein „Cyberwar”. Nicht hingegen – na „logo“ – erfahren hier die jungen wie alten Zuschauer im ZDF, dass die Gefahr eines massiven Stromausfalls nicht zuletzt deshalb so groß ist, weil Deutschland, auch und gerade unter dem Beifall des ZDF, sowohl aus der Atom-wie der Kohleenergie aussteigt und die erneuerbaren Energieträger so stark von den Launen des Wetters abhängen,
dass Deutschlands Energieversorgung längst nicht mehr gesichert ist.

Dieses Eingeständnis jedoch wird wohl selbst dann noch ausbleiben, wenn der Ernstfall tatsächlich eintritt. Unrealistisch ist dies nicht: Erst Anfang Mai hatte Bundesinnenministerin Nancy Faeser die Bevölkerung zum Anlegen von Notvorräten aufgefordert – unter anderem für den Fall, „dass tatsächlich mal länger der Strom ausfällt“. Politiker, die die Bürger zu Preppern machen wollen, und Staatsfunker, die schon den Jüngsten grünsozialistische Entbehrungen schönreden: Das alles ist Deutschland.

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