Schaulaufen der Super-Heuchler: Verheerende Klima-Bilanz in Davos



Im Privatjet zum Weltwirtschaftsforum – und zurück (Symbolbild:Pixabay)

Das heute zeuge gehende diesjährige Weltwirtschaftsforum im schweizerischen Davos erwies sich – wie noch in jedem Jahr, wenn gerade keine Pandemie dazwischenkommt –  als Nabelschau von Sonntagspredigern, geltungssüchtigen Profilneurotikern und professionellen Bevormundern, die allen anderen Erdenbürgern auch nur einen müden Abklatsch des Lifestyles, den sie selbst schamlos pflegen, am liebsten ganz verbieten wollen. Auch in den letzten vier Tagen gaben sich in der Schweiz penetrante Staatenlenker, Wirtschaftsbosse und allerlei hinzugeladene, zweckdienliche Prominente die Klinke in die Hand, die der Menschheit ungebetene Konzepte zu ihrer vermeintlichen Rettung gouvernantenhaft auftischen – und dabei auch vor demaskierenden totalitären Visionen nicht mehr haltmachen. Mit jedem weiteren Jahr mehr laufen die in Davos thematisierten Tagesordnungspunkte mehr auf den stetigen Verlust von Freiheit und Wohlstand hinaus, welcher angeblich unvermeidlich sei, um das „Klima” – oder was der globalistischen Elite sonst noch auf den Nägeln brennt – vor der Spezies Homo Sapiens zu bewahren.

Dabei kommen hier ausgerechnet jene zu Wort, die mit ihrem Lebenswandel, ihren Reise- und Konsumgewohnheiten und ihrem persönlichen ökologischen Fussabdruck das denkbar abstoßendeste Negativbeispiel all dessen verkörpern, was sie als überwindungspflichtiges Grundübel ausgemacht haben. Die einst für den produktiven Austausch zwischen Politik und Unternehmen, zur Beförderung des Welthandels ins Leben gerufene Davoser Veranstaltung ist  zu einer endzeitlichen Erweckungsmesse degeneriert, bei der sich eine handverlesenen Heuchlerversammlung die Ehre gibt.

Mit Learjets und Luxuslimousinen zum Verzichtspredigen angereist

Bereits im Vorfeld des diesjährigen WEF waren die Schweizer Flughäfen von einer ganzen Flotte modernster Businessflieger regelrecht heimgesucht worden, die den ohnehin stressgeplagten, aber luxusgewohnten Planetenrettern ihre kostbare Reisezeit verkürzen sollten. Manche der dort einschwebenden und stets abflugbereit gehaltenen Learjets erreichen eine Reisegeschwindigkeit von 850 Stundenkilometer, kosten gut und gerne einen dreistelligen Millionenbetrag und haben einen Pro-Kopf-Spritverbrauch, für den sich hochgerechnet eine ganze Kleinstadt mit verpönten Billigfliegern (welche die EU verbieten will) auf die Balearen verbringen ließe. Mit dem Anflug gleichwohl ist es natürlich noch nicht getan: Vom Airport muss die auch noch die standesgemäße Weiterreise zum Tagungsort erfolgen. Folglich war hier wieder eine ganze Karawane von dekadenten Luxuslimousinen in Vollausstattung zu bestaunen, die den erlauchten Kreis endlich ans Ziel brachte. Und heute, nach Gipfelende geht es in umgekehrter Richtung, zu denselben CO2-aasenden Konditionen, wieder zurück. So also sieht überzeugende „Nachhaltigkeit” aus. Danke für nichts!

Viel dessen, was von Davos 2022 selbst hängenbleibt, wäre inhaltlich vergessens- und verachtenswert – wenn dort nicht fatalerweise erneut eine ganze Nomenklatur regierender Häupter mit eben dem Anliegen paradiert hätte, sich seine Kommandos oder Präliminarien für die kommenden 12 Monate abzuholen, die zuhause dann in jeweiliges politisches Handeln überführt werden sollen. Vor allem an doppelzüngigen Predigten zu Klimaschutz und Luxusverzicht haperte es dabei nicht: J. Michael Evans, der Präsident der chinesischen Alibaba Group, verkündete etwa, dass sein Unternehmen an einem System arbeite, mit dem es bald möglich sein werde, den individuellen „CO2-Fußabdruck” von jedermann zu messen. Dies beziehe sich auf die Nutzung von Internet-Diensten und alles, was man dort konsumiere. Vor dem Hintergrund der schleichenden Abschaffung des Bargelds und er damit einhergehenden Totaltransparenz über das Konsum- und Ausgabeverhalten jedes Bürgers ergeben sich alle Bausteine für ein rigoroses künftiges Sozialkontrollsystem, das sogar die Zustände in China in den Schatten stellt.

Monströse Überwachungssysteme als Segen angepriesen

Laut Evans darf man sich dann bald schon als Normalsterblicher Fragen gefallen lassen wie etwa die, wohin und wie man reist und was man isst. Bereits im März hatte Alibaba bekanntgegeben, dass man in China ein System getestet habe, dass Bonuspunkte verteilt, wenn man etwa die U-Bahn anstelle anderer Transportmittel benutze. Dadurch seien rund 394.000 Tonnen CO2-Emissionen „eingespart” worden, Evans in geradezu diabolischer Verharmlosung. Das Ziel sei, Menschen zu ermutigen, „niedrige CO2-Gewohnheiten anzunehmen und sich der Umwelt gegenüber verantwortlich zu verhalten.” Dafür können dann Grundrechte gut und gerne unter die Räder kommen.

Verkommene subjekte Menschen, die mit CO2-schleudernden Luxusjets um die ganze Welt reisen und dann mit spritfressenden Luxuskarossen zu Weltrettungstagungen fahren, erdreisten sich hier also, gewöhnlichen Menschen das Fliegen und möglichst auch noch das Autofahren zu verbieten. Sie feiern sich selbst dafür, monströse Überwachungssysteme zur Marktreife zu bringen, die „Fehlverhalten“ registrieren und Wohlverhalten mit ein paar Almosen oder schlimmstenfalls der weiteren Gewährung eigentlich unveräußerlicher Grundrechte belohnen. Beklatscht werden sie dabei von akademischen Eliten im Zustand der Duldungsstarre gegenüber jeglichen ihnen eingeredeter „Alternativlosigkeiten“.

Insgesamt wiederholt sich in Davos damit die Farce, die bereits beim Klimagipfel in Glasgow im vergangenen Herbst zu beobachten war: Auch hier waren die Teilnehmer mit rund 400 (!) Privatjets angereist, was – wie rechnet wurde – über 13.000 Tonnen CO verursachte (eine Menge, die 290 voll besetzten A320-Flugzeugen mit einer Transportkapazität einer mittleren Großstadt von Frankfurt am Main nach Mallorca  entsprach). Dort berieten sie dann unter anderem darüber, wie normale Bürger ihren CO2-Ausstoss reduzieren können.

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