Sachsen-Anhalt: SPD-Energieminister will Windräder statt Wiederaufforstung im Harz

Waldfreunde und Wanderer dürfen sich freuen: Wo heute im Harz noch tote Fichten das Bild bestimmen, sollen in demnächst riesige Windräder den Himmel „entvögeln“, so der Plan von Sachsen-Anhalts SPD-Energieminister Armin Willingmann.

Man werde auch in Sachsen-Anhalt irgendwann darüber nachdenken müssen, ob Windenergie im Wald attraktiv ist, erklärte Willingmann nach einer Sitzung des Regierungskabinetts. Windräder seien für Waldbauern eine gute Alternative zur Wiederaufforstung. „Unideologisches Rangehen“, nennt der Sozialdemokrat, der selbst im Harz lebt, seine Pläne für die weitere Zerstörung der Natur, die nun auch vor den wunderschönen Harzlandschaften nicht mehr Halt machen sollen. So soll das von der amtierenden Bundesregierung geforderte Ziel von zwei Prohzent Landesfläche für „erneuerbare“ Energie erreicht werden.

Willigmann soll sich bereits mit dem grünen Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck bei dessen Besuch des Chemiestandorts Leuna am Dienstag abgesprochen haben. Gesichert sind derzeit laut MZ 1,08 Prozent der Landesfläche. Laut Energieministerium sind zudem weitere 0,7 Prozent der Landesfläche mit Windanlagen außerhalb ausgewiesener Vorranggebiete bebaut, zum Bedauern der Regierenden kann derzeit laut Gesetz noch kein also „Repowering“ stattfinden, also alte Schredderanlagen durch neue, leistungsstärkere und höhere ersetzt werden. Doch Gesetze sind nicht in Stein gemeißelt und so will Willingmann in Absprache mit Habeck jetzt überall dort, wo es bereits eine „lange Windparktradition“ gebe, das Repowering durchsetzen, damit die „traditionsreichen“ Anlagen erhalten bleiben. Schließlich sei eine gewisse „Gewöhnung“ eingetreten, man erwartet offenbar keinen Widerstand seitens der Bürger mehr.

„Wir halten das jedenfalls für ganz wichtig“, bekräftige der SPD-„Luftraumeroberer“ Willingmann. Moderne Anlagen könnten mit der gleichen Windmenge mehr Strom erzeugen, glaubt Willigmann. Mahnende Stimmen, die auf sich häufende zirkulationsträge Wetterlagen hinweisen und einen Zusammenhang von Windmangel durch die Abschöpfung der kinetischen Energie vermuten, werden – wie immer, wenn es um Ideologie geht – geflissentlich überhört. Geht es weiter nach dem Willen von Willigmann und Co werden bis 2026 mindestens 1,8 Prozent der Landesfläche Sachsen-Anhalts für Windanlagen gesichert, bis 2034 sollen es dann 2,2 Prozent sein. (MS)

 

 

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