„Das wird sehr teuer“: Lauterbach will mehr Impfstoff beschaffen

Berlin – Das Ding ist gelaufen. Doch einer gibt nicht auf, hängt doch sein politisches Überleben an der „Plörre“, die den Pharmakonzernen die Kassen füllen:

Mit Verweis auf eine neue Studie aus Israel warnt Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) vor der Rückkehr der gefährlichen Delta-Variante des Coronavirus und kündigt die Beschaffung unterschiedlicher Impfstoffe an. „Diese Studie mahnt zur Vorsicht. Die Pandemie ist noch nicht vorbei. Eine Omikron-Welle im Herbst ist zwar wahrscheinlich. Aber selbst die gefährlichere Delta-Variante könnte zurückkommen“, sagte Lauterbach der „Rheinischen Post“ (Samstag). „Deshalb müssen wir uns auf beide Szenarien einstellen“, sagte er.

„Wir brauchen Impfstoff gegen beide Varianten. Das wird sehr teuer. Aber ein weiterer verpasster Herbst wäre für die Wirtschaft unbezahlbar“, so der SPD-Politiker.

Er machte der Union in dem Zusammenhang schwere Vorwürfe. „Die Impfpflicht hätte alles einfacher gemacht. Die Union trägt die Schuld, wenn die Impflücke zu vermeidbaren Toten und Beschränkungen führt. Ohne ihre parteitaktische Blockade wäre die Impfpflicht gekommen“, sagte Lauterbach. „Auch im Sommer sollten wir achtsam bleiben. Dazu gehört die Maskenpflicht im ÖPNV und auch im Flugzeug. Wer jetzt den Menschen vorgaukelt, Corona sei Geschichte, wird das im Herbst bitter bereuen“, sagte Lauterbach. Für die Studie haben Forschende aus Israel Abwasser analysiert und sind zu dem Schluss gekommen, dass die Delta-Variante sich neben der auch in Deutschland mittlerweile vorherrschenden Omikron-Variante halten konnte. Die Delta-Variante gilt zwar als weniger ansteckend als Omikron, dafür aber tödlicher wegen schwererer Krankheitsverläufe.

ANGEBLICH!

Was genau plant dieser Typ für den Herbst, wenn die ganz normale Grippesaison wieder startet? Das Thema Impfpflicht ist damit nicht vom Tisch und es könnte ein heißer Herbst werden, wenn den Impfstoffherstellern nicht der Strom abgeschaltet wird.

Doch nicht alle folgen seinem Irrweg:

Der gesundheitspolitische Sprecher der Unionsfraktion im Bundestag, Tino Sorge (CDU) zum Beispiel, hat in einem Brief an Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) scharfe Kritik an dessen Wirken seit dem Amtsantritt Anfang Dezember geübt. In dem Schreiben, über das die „Welt“ berichtet, heißt es: „Wir erleben eine Gesundheitspolitik der Volten und Kehrtwenden, ein rastloses Hin- und Her von Ankündigungen und Rückziehern.“ Ergebnis sei ein Vertrauensverlust, nicht nur bei den Bürgern, sondern auch in der eigenen Koalition und bei betroffenen Institutionen, „die an wegweisenden Entscheidungen nicht beteiligt werden“.

Auslöser des Briefs ist Lauterbachs Rückzug des Gesetzesentwurfs zur Ex-Post-Triage Anfang der Woche, die Sorge als „eines von zahlreichen Manövern“, die in der Fachwelt, im Gesundheitswesen und bei den Bürgern „für wachsende Verunsicherung sorgen“, bezeichnete. Sorge bemängelte zudem Lauterbachs regelmäßiges Fehlen bei Sitzungen des Gesundheitsausschusses. Nur an fünf von 16 Terminen sei er anwesend gewesen.

Sorge schrieb: „Für einen konstruktiven demokratischen Umgang zwischen Parlament und Regierung und einen fairen Streit zwischen Regierung und Opposition ist das deutlich zu wenig.“ Der Unions-Politiker forderte Lauterbach auf, sich Debatten im Parlament zu stellen und den laut Sorge existierenden „Stillstand in der Gesundheitspolitik“ zu beenden. Ein Sprecher des Gesundheitsministeriums äußerte sich auf Anfrage der „Welt“ vorerst nicht zu dem Schreiben.

Ob Scholz seinem Oberkasper in Rente schickt, muss trotzdem bezweifelt werden. (Mit Material von dts)

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