Bundeswehr braucht mehr: Das Soldat:innen-Rätsel der Trümmertruppe

Zu wenige Frauen unter den Soldat:innen, das ist eines der großen Probleme der Bundeswehr..

Jetzt kommt alles auf den Tisch, schonungslos, fast schon grausam. Die SPD als Fünfte Kolonne der Russen, die Altkanzlerin als Handlangerin Putins, Gerhard Schröder ein Kriegsverbrecher. Und die Bundeswehr eine einzige Trümmertruppe, nicht nur “blank”, wie es noch kurz vor dem Krieg hieß, sondern teuer und ein Geburtsort mysteriöser Zahlen.

So stellte sich nun heraus, dass nur ein Drittel der 30 Exemplare des noch keine zehn Jahre alten Transportflugzeugs A440M einsatzbereit sind und weniger als beim uralten Vorgängerflugzeug Transall am Ende noch in der Luft zu halten war. Von den 109 Kampfjets der Bundeswehr nur 42 im Ernstfall starten könnten und 200 der 350 Schützenpanzer Puma, über die die Reste des Heeres verfügen. Einsatzbereit seien, so rechnete Verteidigungsministerin Christine Lambrecht im Bundestag vor, nur 150.

Truppe in Trümmern

Eine ganze Menge sogar, verglichen mit dem Zustand der Kampfhubschrauber-Flotte. Von 51 Maschinen Typ “Tiger” sind im Augenblick neun flugfähig. Auch bei der Bundesmarine gelten weniger  30 Prozent der Kriegsschiffe als bedenkenlos einsetzbar. Noch schlimmer sieht es nach den Aussagen der Ministerin sogar bei Offizieren und Mannschaften aus. 

Nur knapp 12 Prozent der Soldat:innen sind Frauen”, zitiert der Nachrichtensender Phoenix die prekäre Situation. Die Bundeswehr verfehlt damit nicht nur ihr eigenes Ziel, einer Frauenanteils im Truppendienst von 15 Prozent. Sondern mit 88 Prozent Soldat:innen, die keine Frauen sind, liegt der Anteil weiblicher Diensttuender offenbar auch immer noch weit unter dem in den Führungsetagen der DAX-Unternehmen.

Zu wenige Frauen unter den Soldat:innen

Viel zu wenig, wie auch Christine Lambrecht angeführt hat. Vielfalt ist Mehrwert, mehr Frauen unter den Soldat:innen erhöhen darüberhinaus aber augenscheinlich auch die Kampfkraft und sie senken zudem die Kosten, wie ein Blick nach Israel zeigt. In der IDF dienen gegenwärtig etwas mehr als 40 Prozent Frauen, der Großteil bei den Bodentruppen. Dennoch gelingt es den etwa 175.000 Offiziere und Mannschaften starken Israel Defense Forces, mit einem Jahresetat von nur knapp 20 Milliarden Euro ein ganzes Land zu Lande, zu Wasser und in der Luft zu verteidigen. 

Unter anderem unterhalten die israelischen Streitkräfte mit dieser Summe nur 20 Flugzeuge weniger als Deutschland, aber 100 Kampfflugzeuge mehr, 1.900 Panzer statt wie Deutschland 266, 8.000 statt 9.000 gepanzerter Fahrzeuge, 650 statt 120 mobiler Haubitzen, 300 statt 0 traditioneller Anhängergeschütze, 48 statt 38 Raketenwerfer und auf See mit 67 Kriegsschiffen nur 13 weniger als Deutschland, das sich seine kaum größeren und in der Praxis weit weniger kampfstarken Streitkräfte mehr als das Doppelte kosten lässt.

Mehr Frauen, mehr Panzer

Sind es die Männer, die die deutschen Verteidigungskosten seit Jahren nach oben treiben? Der höhere Frauenanteil unter den israelischen “Soldat:innen” (Phoenix) bei gleichzeitig besserer Materialausstattung, geringeren Kosten und höherer Kampfkraft legt es nahe. Für das halbe Geld könnte die Bundeswehr fast achtmal so viele fahrbereite Panzer haben, fünfmal so viele gepanzerte mobile Haubitzen und sogar ausreichend Munitionsvorräte, um im Ernstfall auch schießen zu können. Es hängt nur an den Frauen, die unter den Soldat:innen fehlen, denn Frauen sind Vielfalt und “Vielfalt ist Mehrwert”, wie Christine Lambrecht inzwischen erkannt hat.

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