Hambacher Forst: Braunkohlegegner rufen zu Ladendiebstählen auf

KERPEN. Die linksradikalen Braunkohlegegner, die im Hambacher Forst campieren, haben zu Ladendiebstählen aufgerufen. „In einer Welt, in der alles schon längst wem anders gehört, schafft Ladendiebstahl die Möglichkeit, mir ein kleines Stück der Welt zu nehmen“, heißt es auf der Homepage der Gruppierung „Hambi bleibt!“.

Während des beworbenen dreiteiligen Workshops wollen die Organisatoren neben der Diskussion darüber, „ob und bei welchen Zielen Ladendiebstahl aus politischer Sicht sinnvoll ist“, auch „einen praktischen Austausch“ anbieten. Die Polizei verzeichnet seit Jahresbeginn eine Vielzahl dieser Vergehen, berichtet die Rheinische Post. Der nordrein-westfälische Chef der Deutschen Polizeigewerkschaft, Erich Rettinghaus, betonte: „Das ist Anstiften zu einer Straftat. Dagegen müssen wir konsequent vorgehen.“

Supermarktleiter klagen über Alkoholdiebstähle und Verschmutzung

Leiter von Supermärkten sagten, sie hätten mehrfach Waldbesetzer auf frischer Tat ertappt. „Die kommen zu dritt ins Geschäft und klauen meist Alkohol.“ Zudem würden sie täglich die Kundentoiletten der Geschäfte aufsuchen und verunstalten. „Was die da anrichten, dafür fehlen mir die Worte. Es stinkt entsetzlich bis in den Verkaufsbereich hinein“, klagte ein Marktleiter.

Auch Anwohner des Waldgebietes leiden demnach unter dem Verhalten der Linksradikalen. Das Sicherheitsgefühl habe deutlich abgenommen, angesichts der Vermummten, die immer wieder aus dem Wald in die Ortschaften kämen.

Linksradikale werben für Selbstverteidigungskurse

Die Polizei wollte nicht bestätigen, daß es sich bei den Dieben um Braunkohlegegner aus dem Hambacher Forst handele. Allerdings seien unter den Tatverdächtigen einige englischsprachige Personen. Die Waldbesetzer haben seit Jahren auch Zulauf von Unterstützern aus dem Ausland.

Der Konflikt um den Hambacher Forst, der wegen der Braunkohleförderung abgeholzt werden soll, war 2018 eskaliert, als die Camps der Waldbesetzer geräumt wurden. Wiederholt war es zu Angriffen auf Polizisten und Mitarbeiter des Energiekonzerns RWE gekommen. Die Braunkohlegegner werben auf ihrer Homepage zudem für Selbstverteidigungskurse.

Im vergangenen September hatte die Aachener Polizei das Waldgebiet als „gefährlichen Ort“ eingestuft, um dort ohne Anlaß Personenkontrollen vornehmen zu können. Bei Durchsuchungen waren unter anderem Waffen und Bombenattrappen beschlagnahmt worden. (ag)

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