Fußwaschung, Gemüse & Co.: Das sind die Bräuche am Gründonnerstag

Am Gründonnerstag endet die traditionelle 40-tägige Fastenzeit. Gleichzeitig bildet er den Auftakt zum höchsten Fest der Christenheit, welche zu Ostern die Auferstehung Jesu feiern.

Am – aus kirchlicher Sicht – fünften Tag der Karwoche feiern die Kirchen das letzte Abendmahl Jesu Christi mit seinen zwölf Jüngern. Gemeinsam mit den darauffolgenden Karfreitag und Karsamstag bildet er das segenannte Triduum Sacrum. Einer alten Tradition zufolge essen viele Menschen an diesem Tag insbesondere grünes Gemüse, wie etwa Spinat.

Gründonnerstag: Woher kommt der Name?

Dabei scheiden sich die Geister zur Frage, ob der Name des Tages überhaupt etwas mit der Farbe grün zu tun hätte. Dafür spräche etwa eine mögliche frühere Liturgiefarbe zum Tag – in Anlehnung an das heute Weiß des Pfarrers bezeichnen etwa die Franzosen den Tag als jeudi blanc. Auch eine Herleitung aus der traditionellen Farbe der erst an diesem Tag wieder zur Kommunion zugelassenen Büßer gilt als möglich.

Eine andere Herleitung sieht hingegen das mittelhochdeutsche Verb grînen, „traurend, weinend den Mund verziehen” als Ausgangspunkt. In diesem Fall hätte eine Volksetymologie dann Pate für die übrigen Bräuche des Tages gestanden. Gegen diese Deutung spricht allerdings das hohe Alter des Brauches der Wiederzulassung der Sündigen in die Kirchengemeinde – dieser ist bereits ab dem 4. Jahrhundert, also vor der Christianisierung des deutschsprachigen Raumes bezeugt.

Wenn die Glocken nach Rom fliegen

Gleichzeitig ist der Tag – neben den strengen Speisevorschriften der Karwoche – auch kirchlich ein Tag des Verzichts. Ab dem Gloria in der Gründonnerstagsliturgie bleiben die Glocken bis zur Auferstehugsfeier in der Osternacht stumm. Im Volksmund fliegen sie nach Rom. Auch die Altarkerzen und das Ewige Licht wird gelöscht, der Kirchenschmuck entfernt.

Ganz andächtig und still ist aber auch in dieser Zeit das Leben nicht. Schon seit Jahrhunderten treten in katholischen Gebieten in diesem Zeitraum die Ratschen an ihre Stelle, welche die Gläubigen an die Gebete erinnern. Vielerorts obliegt der Umzug mit den klappernden Instrumenten den Kindern der Gemeinde.

Traditionelle Fußwaschung

Auch die Fußwaschung ist fixer Bestandteil der katholischen Liturgie zum Tag. Wie die übrige Erinnerung an diesem Tag erinnert diese Demutsgeste an das Letzte Abendmahl. Vor diesem wusch Jesus seinen Jüngern die Füße. In der Vergangenheit war diese allerdings ein höchst exklusives Privileg. Bis einschließlich 1955 durften nur Bischofs- und Klosterkirchen eine Fußwaschung vollziehen. Seitdem ist sie in Kathedralen und Abteien verpflichtend – und in allen anderen Kirchen optional.

Als bekannteste und traditionellste Fußwaschung gilt jene des Papstes. Der gegenwärtige Papst Franziskus übte diese in vergangenen Jahren oft an Häftlingen und behinderten Menschen aus. Diesmal besuchte er zu diesem Zwecke das Gefängnis von Velletri, einer Mittelstadt etwa 40 Kilometer südöstlich von Rom.

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