Jens Spahn: Er konnte gar nichts dafür

Heimtückisch, dieses Omikron, das sich als “milder” ausgibt, aber mit seinen speziellen Methoden Flecke auf der Haut macht. Andere Neben- und Spätwirkungen aber sind noch weitaus schwerer: So leiden Menschen, die an Covid-19 erkrankten, auch nach dem Abklingen der Infektion oft unter Angststörungen. Konzentrationsproblemen und Depressionen, die ebenso wie Atemprobleme als “Long-Covid” bezeichnet werden: Langzeitfolgen einer Corona-Ansteckung, die nicht unbedingt immer zu einer Erkrankung geführt haben muss, um erforschbar und nachweisbar zu sein.

Erstmals Spätfolgen erforscht

Es ist das erste Mal in der Geschichte der Medizin, dass überhaupt Spätfolgen von Virusinfektionen so breit und ausführlich erkundet und in der führenden Leitmedien breit beschrieben werden. Dass es Grippe-Dauerschäden – Long-Flu – gibt, fiel erst im Zuge der Corona-Forschung zu “Long-Covid” auf. Dass es Long-Shingles bei der Gürtelrose geben könnte, ist eine neue These, die die Wissenschaft während der Arbeit an den vielfältigen Langzeitfolgen von Corona eines Tages aufstellen wird.

Vorerst beschäftigen sich die Fachleute mit Covid – und eine neue Oxford-Studie gibt hier jetzt erstmals Hinweise darauf, warum die deutsche Corona-Politik über Monate hinweg so desparat, ungeordnet und wirr erschien. Ursache könnte eine Covid-Erkrankung des damaligen Bundesgesundheitsministers Jens Spahn gewesen sein, der sich trotz Hände waschen, Maske tragen, Abstand halten und Kontakte reduzieren im Oktober des ersten Corona-Jahres bei einer privaten Dinnerparty in Leipzig mit einem Dutzend Unternehmern traf, Wahlkampfspenden sammelte und mit dem Virus infizierte.

Spahn hatte gefährlichen “milden Verlauf”

Spahn, ein großgewachsener, kräftiger junger Mann, dem seinerzeit noch eine große Zukunft in der Union prophezeit worden war, berichtete in der Folge von einem “milden Verlauf” – Experten lesen das heute als Hinweis auf die Gefahr für einen monatelangen Gedächtnisschwund. “Selbst von Corona Genesene, die an sich selbst gar keine Symptome mehr bemerken, sind noch bis zu neun Monate nach der Infektion geistig eingeschränkt”, beschreibt das Nachrichtenmagazin “Der Spiegel” ein Phänomen, das die zum Teil rätselhaften Vorgänge vor allem im Corona-Jahr 2021 erklären könnte. 

Nicht nur, dass Jens Spahn im Kampf gegen die Pandemie durch mehrere offenkundig depressive Phasen irrlichterte – so bekundete er früh, wie wichtig es sei, “in der Pandemie schnell und flexibel zu reagieren”, statt das zu tun, rief er dann aber einen “Corona-Patriotismus” aus, der später aber nie wieder erwähnt wurde. Spahns Versprechen war, “dass wir uns in die Normalität zurückimpfen können”, dass es “in dieser Pandemie aber keine Impfpflicht geben” werde.

Ungeahnte Gefahr geistiger Einschränkung

Spahn ahnte damals noch nichts von der Gefahr, durch das heimtückische Virus nicht mehr Herr seiner selbst zu sein. “Wir machen ein Impfangebot, setzen auf Freiwilligkeit und Vernunft”, versprach er kurz nach seiner Genesung, als “ein wirksamer Impfstoff” noch als Schlüssel galt, “um das Virus zu kontrollieren und die Pandemie zu überwinden”. Dass die Wirksamkeit der bisher zugelassenen Vakzine mittlerweile im homöopathischen Bereich angelangt ist und die europäische Zulassungsbehörde EMA im Genehmigungsverfahren für die russischen Sputnik-Impfstoffe seit mehr als einem Jahr so gar nicht vorankommen will, konnte Spahn nicht ahnen. 

Hätte er es aber geahnt, wer weiß, im möglichen Zustand der “geistigen Einschränkung” (Spiegel) hätte er es vielleicht auch bald wieder vergessen, wie er ja auch noch vor der Bundestagswahl schon wieder vergessen hatte, dass er Teil des “Teams Laschet” gewesen war und eigentlich auf die Thronfolge im Jahr 2025 spekuliert hatte. Auch der “Task Force Testlogistik” blieb Spahn nur kurze Zeit ein fleißiger Mitarbeiter. Im Grunde schon Stunden später schied er unbemerkt von sich selbst aus und die Truppe löste sich auf.

Er konnte nichts dafür und er wusste womöglich gar nicht, was er sagte. Die berühmte “Prognose” (ZDF) vom November 2021, dass wegen der damals noch “hochansteckenden” (ZDF) “Delta-Variante des Coronavirus wahrscheinlich bereits “am Ende dieses Winters jeder geimpft, genesen oder gestorben sein” werde, obwohl das beim seit Wochen nachlassenden Impftempo rein rechnerisch tägliche Infektionszahlen von um die 250.000 vorausgesetzt hätte, spricht für eine Überlastung nicht des gesamten Gesundheitssystems, aber des Gesundheitsministers. Dessen weiterer Weg ist nun vorgezeichnet: Ein “beispielloser Absturz” von “Deutschlands Coronamanager zur Randfigur” (Spiegel).

Jens Spahn ist seit Wochen abgetaucht, unsichtbarer noch als der neue Kanzler. Es ist das leise, traurige Ende einer vielversprechenden politischne Karriere. Eine Corona-Spätfolge, wie man jetzt weiß.

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