Libyen: Regierungschef warnt vor neuer Asylwelle nach Europa

TRIPOLIS. Der libysche Premierminister Fajes al-Sarradsch hat vor einer neuen Asylwelle Richtung Europa gewarnt. „Wenn Libyen noch unsicherer wird, muß sich Europa auf weitere Flüchtlingswellen vorbereiten“, sagte al-Sarradsch der italienischen Zeitung Corriere della Sera.

Rund 800.000 Personen warteten in seinem Land auf die Überfahrt nach Europa, betonte er, und prophezeit: „Für Europa wäre es eine Katastrophe, wenn sich die Migranten-Frage wieder öffnen würde.“

Haftar auf dem Vormarsch

Die Äußerungen des Premierministers, dessen Regierung nur einen kleinen Teil des nordafrikanischen Landes kontrolliert, fielen vor dem Hintergrund des Vorrückens der Armee seines größten Widersachers, Chalifa Haftar. Der General des ehemaligen Machthabers Muammar al-Gaddafi genießt die Unterstützung von Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Ägypten und Rußland.

Die meisten westlichen Länder stehen in dem Konflikt, der zuletzt große Territorialgewinne für Haftars Truppen brachte, auf der Seite von al-Sarradsch. Dessen Stellvertreter, Ahmed Maitik, malt ein Schreckensszenario. Haftar werde in Libyen „30 Jahre Bürgerkrieg, 30 Jahre ISIS-Herrschaft und 30 Jahre Verwüstung“ schaffen. (tb)

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