SPD schwört Merkel Nibelungentreue

Im Falle eines vorzeitigen Rückzugs von Kanzlerin Angela Merkel will die SPD keinesfalls CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer zur Nachfolgerin wählen. Auf die Frage »Würde die SPD Annegret Kramp-Karrenbauer zur Kanzlerin wählen?« erklärte SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil: »Nein. Wir sind eine Koalition unter Angela Merkel eingegangen. Wir haben Angela Merkel gewählt. Damit ist alles gesagt.«

Klingbeil forderte darüber hinaus die Union dazu auf, »Personalspielchen« mit Blick auf Merkels Nachfolge und die Besetzung des Kabinetts zu beenden. »Ich erwarte von der Union Disziplin. Wenn ich mir die Bilanzen von Herrn Altmaier, von Frau Karliczek oder Herrn Seehofer angucke, dann ist die klare Forderung, jetzt endlich Tempo zu machen«, sagte der SPD-Politiker. Man habe ein Interesse daran, dass der Koalitionsvertrag weiter umgesetzt werde.

Für die SPD erweist sich diese Vorfestlegung wieder einmal als gefährlich, ähnlich wie man unter anderem nach der letzten Bundestagswahl definitiv eine Koalition mit der Union ausgeschlossen hatte. Jeder nachfolgende Positionswechsel von zuvor Ausgeschlossenem zerriss noch mehr die Partei und kostete viele Wählerstimmen.

Die SPD kettet sich auf Gedeih und Verderben an Angela Merkel und will verhindert sehen, dass diese vorzeitig als Bundeskanzlerin abtritt. Sollte das aber passieren und die Union AKK vorschlagen, gibt es drei Szenarien: Die Union bildet mit FDP und Grüne eine Koalition, wozu sich FDP-Chef Lindner unter AKK nun bereit zeigt, es gibt Neuwahlen oder die SPD kippt mal wieder um und wählt AKK. Zumindest die letzten beiden Optionen dürften die SPD weiter Prozente verlieren lassen.

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