Der JU-Chef setzt eine eigene Note zum Aufbruchs-Parteitag

Tilman Kuban, Chef  der Jungen Union, hat seinem Parteifreund Hans-Georg Maaßen nahegelegt, aus der CDU auszutreten. Sonst werde man andere Maßnahmen einleiten. Maaßen habe in der CDU „nichts zu suchen“, sagt der junge Mann, der noch nicht geboren war, als Maaßen bereits in der  CDU eine Mitgliedsnummer hatte.

Man fragt sich unwillkürlich: Warum eigentlich dieses ständige Theater? Unterschiedliche Auffassungen in einer Partei, zumal einer großen, sind etwas ganz Normales. Da diskutiert man und diskutiert nochmal, und irgendwann entscheidet eine Versammlung oder ein Parteitag – und gut ist es.

Aber das ist halt nur die Theorie, die man gern vor sich herträgt, wenn sowieso alle der gleichen Meinung bei einem Thema sind oder die Mehrheiten für oder gegen einen Antrag feststehen.

Ich frage mich, warum Herr Kuban nicht mal der famosen Frau Prien den Parteiaustritt nahelegt, die im Bundestagswahlkampf zur Wahl eines SPD-Kandidaten aufgerufen hat. Hans-Georg Maaßen vertritt seine Meinung eloquent, ist auch zweifellos hier und da übers Ziel hinausgeschossen, aber er steht für etwas, nämlich die gute alte und erfolgreiche CDU. Die einst regelmäßig 40 Prozent der Stimmen einsammelte, als sie auch noch konservativ sein wollte, und die heute nur noch um 20 Prozent herumdümpelt, weil sie ja ganz modern und hipp sein will

Aber dass die Funktionäre, die maßgeblich mit zum trostlosen Abschmieren der Union beigetragen haben, jetzt dieses Maaßen-Fass aufmachen vor dem Wochenende des Bundesparteitages, auf dem Friedrich Merz gewählt und wieder alles besser werden soll, ist allein strategisch unglücklich. Man kann sich nur noch an den Kopf fassen…

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