Razzia beim ZPS: Schadenfreude ist die reinste Freude



Angeschmiert: Philipp Ruch vom „Zentrum für politische Schönheit“ (Foto:Imago

Jetzt muss ich an dieser Stelle einmal etwas gestehen: Manchmal treiben mich heftige, niederträchtige Gefühle um, eben jene, die Frauen gern zuweilen vor sich selbst verleugnen. Zum Beispiel Rachsucht und Schadenfreude. Man ist eigentlich nicht gut damit beraten, dies offen zuzugeben –  doch auch wenn diese Emotionen tatsächlich so tabuisiert sind, wie uns die „Guten“ weismachen wollen, verwundert es doch sehr, wie oft man deren Opfer wird. Meist auch noch ausgelöst durch Menschen, die niemals offen zugeben würden, je aus niederen Motiven zu handeln, und die sich ganz ausgezeichnet auf Täter-Opfer-Umkehr verstehen. Trotz aller Wut über deren Verhalten gelingt es ihnen oft, uns glauben zu lassen, wir hätten ihre Racheaktionen „verdient”. Dazu halten sie gern unser angebliches oder tatsächlich vorhandenes Sündenregister parat; ihr Gedächtnis funktioniert in dieser Hinsicht außerordentlich effektiv.

Was hat all das nun mit den aktuellen Ereignissen rund um das „Zentrum für politische Schönheit (ZPS) zu tun? Dazu muss ich leider einmal wieder in meine bewährte Alltagspsychologie-Kiste greifen und einen Schlenker ins Zwischenmenschliche machen (auch wenn mich ein netter Mensch heute daran erinnert hat, dass die Aufmerksamkeitsspanne der meisten Internetnutzer sehr limitiert ist – aber wer regelmäßig bei mir mitliest, ist in dieser Beziehung glücklicherweise bereits abgehärtet!). Weshalb nun also gebe ich heute unumwunden zu, vor Schadenfreude fast meinen Kaffee über die Tastatur gelacht zu haben?

Dreistigkeit gepaart mit Eiseskälte

Eigentlich bin ich ein harmoniesüchtiger Mensch, aber es gibt Verhaltensweisen und Charaktere, die mich geradezu rasend machen. Dazu zählt vor allem jene Sorte Dreistigkeit, die mit absoluter Eiseskälte gepaart ist. Die Dreisten trampeln auf anderen Menschen herum, saugen sie emotional aus oder ziehen ihnen – ohne mit der Wimper zu zucken – das letzte Geld aus dem Portemonnaie. Erfüllt von Bewusstsein ihrer Grandiosität ist es ihnen eine Selbstverständlichkeit, sich das ganz einfach herauszunehmen. Stellt man sich dem entgegen und wird darüber wütend, dann führt das nicht wie bei „normalen“ Mitmenschen zum Rückzug; sondern der Dreiste wird nun erst recht neue Gefälligkeiten einfordern, ganz so, als habe man ihn für den Widerspruch zu entschädigen. Mit etwas Pech marodiert eine solche Person im eigenen Bekanntenkreis: Der spezielle „Freund” behandelt einen im Kreise anderer Menschen wie Dreck, wird demütigend und unternimmt alles, um einen vor anderen Menschen bloßzustellen. Allerdings hat er auch keine Hemmungen, darauf hinzuweisen, welche Dienstleistungen ihm im Rahmen der „Freundschaft“ zustünden. Meist geht es dabei vor allem darum, Unangenehmes oder gar Illegales auf uns abzuwälzen. Wer einmal einen solchen Menschen – im Glauben an das Gute im Menschen – naiverweise selbst um einen klitzekleinen Gefallen gebeten hat, wird sich an das gleichgültige Schulterzucken erinnern, mit dem dieser einfach „vergessen” wurde.

Was hilft dagegen? Aus eigener Erfahrung kann ich nur sagen, dass Empörung und Vorwürfe die eigene Position eher schwächen. Wer innerlich nicht ebenso verroht ist wie der Dreiste, wird dabei stets den Kürzeren ziehen – denn diese Menschen besitzen negative Empathie: Ein Gespür für die Schwachpunkte ihres Gegenübers, die sie gnadenlos gegen ihn ausspielen. Nun schwindet die eigene Geistesgegenwart bekanntlich proportional zur ansteigenden Wut – dann kommt bei mir das Rachebedürfnis ins Spiel. Dazu greife ich allerdings nicht zu gewaltsamen, illegalen Methoden – bei denen ich ebenfalls wieder den Kürzeren in Form einer Strafe ziehen würde. Nein, ich denke mir lediglich aus, was man tun KÖNNTE… und alleine diese Gedanken entspannen mich schließlich derart, dass ich den anderen befreit auslachen kann. Denn das bringt den Dreisten vollkommen aus dem Konzept.

Philipp Ruchs offen zelebrierte Boshaftigkeit

Beim „Zentrum für politische Schönheit“ scheinen sich einige dieser dreisten Zeitgenossen in trauter Einigkeit gefunden zu haben: Regelmäßig und mit entschlossener Heftigkeit wird hier gegen angebliche „Faschisten” ausgeteilt. Die Fangemeinde des Herrn Philipp Ruch und seiner im Gesicht bisweilen mit Matsch eingeschmierten Entourage gibt sich dabei oft noch nicht einmal mehr die Mühe, volkspädagogische Absichten wenigstens anstandshalber zu simulieren, sondern zelebriert offen die eigene Boshaftigkeit. Es geht ja schließlich um den Kampf gegen den Faschismus – da zählt kein Feinsinn, sondern die Sensibilität einer Planierraupe ist gefragt. In der Diskussion um das Sperrholz-Imitat des Berliner Mahnmals geriet ich an Damen, gegen welche selbst Christine Lagarde wie die Verkörperung menschlicher Wärme wirkte. Als das ZPS Asche aus Auschwitz in Briefbeschwerern verkaufte – eine Idee, die von den Nazis selbst hätte stammen können -, erklärte mir ein junger Mann äußerst ruppig, dass Juden sich deshalb mal nicht so anstellen sollten, man habe nichts Falsches getan. Ohnehin versteht es das ZPS, mit seinen Aktionen Geld zu generieren, welches dann irgendwo im Nirvana verschwindet. Wer weiß – vielleicht spart Herr Ruch das Geld für eine kleine Atombombe zusammen, die er dann als Kunstaktion in einer ostdeutschen Stadt zündet? Natürlich ebenfalls im Rahmen der edlen Faschismusbekämpfung.

Kurzum: Das ZPS ist der Brühwürfel, in dem sich wirklich jede negative Eigenschaft, die der neuen Linken jemals zugeschrieben wurde, auf kleinstem Raum konzentriert. Jahrelang von den Medien bejubelt – egal, ob es Grabsteine verschleppte, Migranten symbolisch von Tigern fressen lassen wollte oder die Familie von Björn Höcke terrorisierte – fühlte sich der Berserker unter den Künstlertrupps stets unangreifbar. Doch nun – welche Unverfrorenheit – stand mit einem Male die Polizei vor der Tür. Und plötzlich klingen die antifaschistischen Helden recht weinerlich. Sie greifen sogar den linksgrünen Berliner Senat an; dieser bedrohe nämlich – kaum im Amt – unverzüglich die Freiheit der Kunst:

(Screenshot:Twitter)

Anstatt die AfD-Bundestagsabgeordneten sofort in Ketten zu legen und dem nächsten Gulag oder wenigstens Guantanamo zu überstellen, erdreistete sich die Ordnungsmacht der Hauptstadt doch tatsächlich, die Räume der bisher so lobverwöhnten kreativen Genies zu durchsuchen. Auch der Staatsschutz beteiligte sich an der Aktion – und beschlagnahmte Handys und Rechner.

Was war geschehen? Vor der letzten Bundestagswahl hatte sich das ZPS, als „Flyerservice Hahn” getarnt, an verschiedene Verbände der AfD gewandt und angeboten, deren Broschüren zu günstigen Konditionen zu verteilen. 5 Millionen Flyer landeten daraufhin nicht in den Briefkästen der Bürger, sondern direkt im Müllcontainer.

(Quelle:Twitter/ZPS)

Im allgemeinen Verständnis nennt man so etwas Betrug und Sabotage – juristisch liegt der Fall etwas komplizierter. Natürlich wäscht das ZPS seine Finger in Unschuld: Es hat wieder einmal Geld für nichts kassiert, habe allerdings auch keinen rechtsgültigen Vertrag abgeschlossen, da sei das nicht schlimm. Gab es da nicht einmal eine Sendung im ZDF, „Nepper, Schlepper, Bauernfänger”? Wenn Schlepper inzwischen auch des ZPS liebster Berufstand sind und dieser einstige Sendungsname ansonsten hart arbeitende Landwirte diskriminiert: Wenigstens die Bezeichnung „Nepper” kann man hier wohl getrost stehen lassen.

Egal, wie die am Ende Sache gerichtlich ausgeht – es ist eine Delle im Sahnehäubchen der Selbstsicherheit des ZPS entstanden. Man fühlt sich dort ungerecht behandelt. Auch das ist ein hervorstechendes Merkmal energiesaugender Soziopathen: Vollkommen fassungslos verfallen sie in Weinerlichkeit, wenn sie einmal auf jemanden treffen, der stärker ist als sie und ihnen eine Dosis ihrer eigenen Medizin verabreicht. Auch wenn darauf weder Selbstreflexion noch Einsicht folgen, so ist es einfach ein befriedigendes Gefühl, dass da draußen immer noch ein dickerer Fisch herumschwimmt, der nach ihnen schnappen kann. Aus meiner Sicht ist es vollkommen legitim, sich in diesem Fall ein wenig in Schadenfreude zu suhlen. Oder, um es politisch korrekter auszudrücken: noch an ausgleichende Gerechtigkeit zu glauben.

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