8,5 Millionen Euro für VW-Chef Diess

Die Dieselaffäre hat den Volkswagenkonzern arg gebeutelt. Schadenersatzklagen in den USA sind dabei nur ein Kapitel in diesem unrühmlichen Skandal. Der Schaden durch das arg in Mitleidenschaft gezogene Renommee ist gegenwärtig noch nicht in Zahlen zu beziffern. Derzeit geht man bei VW davon aus, dass in den beiden wichtigsten außereuopäischen Märkten (USA und China) der Wettbewerb für das laufende Jahr deutlich schwieriger als bisher wird.
Als eine Konsequenz aus der durch die Affäre verschärften Lage wird der Konzern an einzelnen Standorten in Deutschland die Mitarbeiterzahl verringern. In den VW-Werken Emden und Hannover sollen 7.000 Stellen abgebaut werden, insgesamt stehen konzernweit rund 23.000 Stellen in Deutschland auf der Strichliste. Viele Mitarbeiter gerade in infrastrutkurell schwachen Regionen wie zum Beispiel Emden verlieren ihre Existenzgrundlage, Alternativen finden sich nicht.
Die Geldbeutel der Vorstandsbosse ficht das aber nicht an. Sie streichen für 2018 insgesamt über 50 Millionen Euro ein. VW-Vorstandschef Herbert Diess allein durfte sich 2018 über ein garantiertes Einkommen von 8,5 Millionen Euro freuen. Mit der einen oder anderen »Erfolgsprämie«, die erst nach Abschluss des Geschäftsjahres berechnet wird, könnten sich seine Einkünfte auf bis zu knapp 14 Millionen Euro erhöhen.
Zum Vergleich: ein Montagemitarbeiter im Dreischichtbetrieb bei VW erhält inklusive Schichtzulagen, Prämein und sonstiger Boni etwa 50.000 Euro pro Jahr. Das ist, verglichen mit vielen anderen Berufen und Arbeitsverhältnissen, ein mehr als nur ordentliches Einkommen. Doch der VW-Boss erhält das 170-fache davon – trotz Affäre, Stellenabbau und den anderen negativen »Nebengeräuschen«.

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