Von Pflegern bis zu Polizisten: Der Impfstaat amputiert sich selbst



Auch für ungeimpfte Polizisten gilt: In Deckung! (Foto:Shutterstock)

Die entscheidende Frage, die die couragierte Münchner Pathologieassistentin Samii S. vorvergangene Woche in ihrem Wut-Video überschäumend und stellvertretend für wohl die Mehrheit ihrer Berufskollegen aufwarf – wie denn eigentlich der notleidende Pflegebereich aufrechterhalten werden solle, wenn durch die 2G-plus-Bestimmungen und die bevorstehende Impfpflicht eine erhebliche Zahl von Mitarbeitern im Gesundheitswesen den Bettel hinschmeißen -, blieb leider unbeantwortet: Weder ihr Arbeitgeber, die Ludwig-Maximilians-Universität, der die junge Frau sofort feuerte, noch die Medien, die sich über das Video empörten, gingen darauf ein, sondern beeilten sich stattdessen zu erklären, Samii S. habe „krude Theorien“ oder „Querdenker-Gedankengut“ verbreitet. So läuft das in dieser infantilen, verlogenen, deutschen Zombiegesellschaft 2021 ab: Gesunder Menschenverstand, Intuition, Rationalität haben völlig ausgedient, sind allenfalls noch etwas für hinter die vorgehaltene Hand oder unter der heimischen Bettdecke. Die Ansonsten, in der Gruppensphäre, gibt es nur noch Propaganda. Zwei plus zwei ist fünf. Die Faust ballt man besser nur noch in der Manteltasche.

Natürlich ändert auch die Existenzvernichtung einer jungen medizinischen Hilfskraft nichts an der Wahrheit ihrer Aussagen – und an der dringenden Berechtigung der Frage, worum es hier eigentlich gehen soll: Darum, eine funktionierende Gesundheitsversorgung aufrechtzuerhalten – oder darum, die Absatzzahlen und Geschäftsziele von Impfherstellern um jeden Preis zu erfüllen, indem ausnahmslos jeder an die Nadel gezwungen werden soll? Impfen als Selbstzweck, nach uns die Sintflut? Nicht nur aus Frankreich, Australien und Kanada, wo der Spritzenzwang für manche Berufsgruppen bereits Realität ist, zeigte sich bald, dass sich ein beträchtlicher Teil der Betroffenen partout nicht zwingen und erpressen lassen würde – und im Zweifel dann sogar eher den liebgewonnenen Beruf aufgibt, als sich einer Zwangstherapie mit hochexperimentellem Charakter auszusetzen, für die es abgesehen von Risikogruppen überhaupt keine medizinische Indikation gibt. Erstens weil die Impfung nicht das hält, was die verspricht (sonst könnte es den Geimpften ganz egal sein, wieviel Ungeimpfte sie umgeben), und zweitens, weil langfristige Auswirkungen auf das Immunsystem und die eigene Gesundheit schlechterdings noch gar nicht ausgeforscht sein können. Nicht ohne Grund handelt es sich um nur vorläufig- bzw. notzugelassene Vakzine, die hier gesetzlich verpflichtend gemacht werden sollen; ein staatskrimineller, geschichtlich beispielloser Vorgang.

Menschen werden durch die Impfpflicht sterben

Als unvermeidliche Folge dieser autoritären und übergriffigen Politik (gegen die dieselben Politiker bis vor kurzem alle Argumente vertreten und matraartig heruntergebetet haben, die sie jetzt wortbrüchig trotzdem einführen) wird das ohnehin prekär aufgestellte, unterbesetzte Pflegepersonal sehenden Auges weiter ausgedünnt, was zwingend bedeutet: Der Pflegenotstand wird weiter akzeleriert, mehr Kliniken werden schließen (was auch in Frankreich prompt geschah). Es werden Menschen sterben, als zwangsläufige Folge der Impfpflicht. Die Heuchler, die dies ignorieren, um ihren aufdringlichen Solidaritäts-Absolutismus durchzuexerzieren, sind die wahren Totschläger. Kein Realpolitiker, der die Folgen seines Handelns abschätzen muss, kann schon aus diesem Grund – und es gibt noch hundert andere – für eine Covid-Impfpflicht sein.

Doch nicht nur im Gesundheitsbereich ist diese talibaneske Säuberungsentschlossenheit zu verzeichnen. Die Inkaufnahme systemischer Lahmlegungen in staatlichen Kernbereichen durch Ausgrenzung Ungeimpfter (und später dann, nach Inkrafttreten der Impfpflicht, durch deren Kündigung) beeinträchtigt zunehmend auch andere Berufsgruppen, die eigentlich das Funktionieren des Gemeinwesens gewährleisten sollen. Fahrpersonal, Lehrkräfte – und vor allem auch Polizisten. (In einem intakten, wehrhaften Staat wäre in diesem Kontext auch noch das Militär zu nennen, doch dieses ist in Deutschland auch schon ohne pandemiepolitische Zwangsmaßnahmen gebrochen worden.) Vor allem die Polizeibehörden sind in Bayern, im Staate Södolf, einem unbarmherzigen und immer wahnhafteren Impfterror ihrer Regierung schutzlos ausgeliefert, was schon jetzt eine nie zuvor gesehene, nachhaltige Spaltung der Kameraden zur Folge hat: Denn weil sich im Freistaat – trotz oder gerade wegen Söders Politik – viele Polizisten nicht impfen ließen, werden sie nun zunehmend an ihrer Berufsausübung gehindert. Besonders dramatisch ist die Lage in München, wie „Focus“ berichtet: Dort dürfen Ungeimpfte Polizisten noch nicht einmal mehr an Dienstbesprechungen teilnehmen.

Die Polizei als Opfergruppe des Gesundheitsregimes

Wie unter derartigen Umständen ein Staat noch seinen Aufgaben nachkommen soll, ist schleierhaft. Ohnehin ist Hauptaufgabe der Polizei – ihren gerade erst von der Innenministerkonferenz neu formulierten Prioritäten gemäß – fortan nicht mehr die Bekämpfung klassischer Verbrechensfelder, sondern die Jagd auf Corona-Sünder, die Verfolgung von Menschen also, die ohne Impfnachweis in Gaststätten sitzen, gefälschte Impfpässe oder abgelaufene Testergebnisse mit sich führen, die die Maske nicht bzw. falsch aufsetzen oder zu nah neben dem falschen auf der Parkbank sitzen.

Weil nun jedoch ein Teil der polizeilichen Kontrolleure selbst zur Opfergruppe dieses neuen Gesundheitsregimes zählt, führt der Corona-Staat sein Gewaltmonopol selbst ad absurdum: Immerhin jeder fünfte Polizist in München ist gänzlich umgeimpft, so „Focus“ – eine beträchtliche Zahl, und bayernweit ist der Anteil umgeimpfter Beamten sogar noch größer. Überbesetzt war die bayerische Landespolizei freilich auch vor Corona nicht – im Gegenteil. Wie ist mit dieser Politik also „Staat“ zu machen? Söders Mannschaft sollte besser eines im Hinterkopf behalten: Es empfiehlt sich, die eigene Polizei zumindest noch so schlagkräftig zu belassen, dass sie diese dereinst vor der Wut der eigenen Bürger schützen kann –  sollte sich diese Wut irgendwann doch noch entladen.

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