Die meisten Intensivpatienten haben Migrationsherkunft



Covid-Intensivstation – in Nahost oder Deutschland? (Symbolbild:Imago)

Der von Medien geschürte Hass auf Ungeimpfte trägt Früchte in der Bevölkerung. Der Schuldige ist ausgemacht, die Mehrheit der Befragten wäre bereit, der Politik zu folgen und ist mittlerweile für Zwangsimpfungen – obwohl das Infektionsgeschehen nachweislich durch Geimpfte bestimmt wird. Der Freiburger Virologe Hajo Grundmann räumt in seinem Interview in der Badische Zeitung unter dem Titel „Ein vorläufiger Höhepunkt“ ein, dass die Geimpften durch ihre Sorglosigkeit zu Infektionstreibern wurden: „In diesem Jahr hat die Impfung für enorme Erleichterung gesorgt.” Dieses habe dann zur vierten Welle geführt, die „ein Abbild des Kontaktverhaltens der Bevölkerung“ sei. Ich füge hinzu: Überwiegend des Kontaktverhaltens der Geimpften!

Denn wird behauptet: „Für die Belegung der Intensivbetten sind die Ungeimpften verantwortlich“. Tatsächlich? Man hat diese im Freizeitverhalten und bei der Arbeit mehr reglementiert als diejenigen, die bereits „einen Stich“ haben. „2G bundesweit“ bedeutet ein grundsätzliches Gruppenverbot für sie. Auch die Testpflicht quasi nur für die einen, nicht Geimpften war lange vorgeschrieben, nun können erhalten sie nicht einmal mit negativem  Test noch Zutritt. War und ist eine solche unterschiedliche Gruppenbehandlung rechtmäßig?

Artikel 3 des Grundgesetzes garantiert die Gleichheit vor dem Gesetz und verbietet Diskriminierung und Bevorzugung aufgrund bestimmter Eigenschaften. Damit handelt es sich um einen Gleichheitssatz, aus dem eigentlich zwingend folgt: Wer coronafrei getestet ist und damit keine Gefahr für andere darstellt, muss das gleiche Zugangsrecht haben wie alle anderen. Doch so ist es nicht, im Gegenteil. „Lass mich in Ruhe mit Deinem Grundgesetz“ wird einem mittlerweile sogar von „Demokraten“ jeder Couleur entgegengehalten. Maßgebend seien alleine die Intensivstationen – und da lägen die Ungeimpften.

Kein Fall von Volksverhetzung

Auch wenn es zutrifft, dass berichtet wird, in Einzelfällen seien 90 Prozent der Intensivpatienten ungeimpft gewesen und inzwischen seien es immer noch zwei Drittel: Fakt ist, dass niemand die tatsächliche Verteilung kennt. Da ein großer Teil der Patienten mit „unbekanntem“ Impfstatus geführt wird, ist der Umkehrschluss, alle nicht ausdrücklich als geimpft erfassten Intensivpatienten seien somit zwingend ungeimpft gewesen, ein irreführender Unfug. Sicher ist: Wenn dies nicht bereits der Fall ist, wird die Mehrheit der Betten bald von Geimpften belegt sein.

Doch viel interessanter als die Frage nach dem Impfstatus ist die Frage, wer eigentlich diese Bettlägerigen auf den Intensivstationen mehrheitlich sind? Weil denen nichts passiert, die hemmungslos gegen die Ungeimpften hetzen – bisher jedenfalls hat man noch von keiner Anzeige wegen Volksverhetzung gehört – fühlt sich der eine oder andere mittlerweile ermutigt, auch dieses offene Geheimnis zu verbreiten, ohne Strafverfolgung wegen „gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit“ (oder was dergleichen sich hier hineininterpretieren ließe) befürchten zu müssen. Wenn man die Gruppe der Ungeimpften ungestraft für die Überlastung der Krankenhausbetten verantwortlich machen darf, dann muss man das wohl auch mit einer anderen Merkmalsträgern, mit einer sonstigen Bevölkerungsgruppe tun dürfen, die diese Überlastungslage mitverschuldet.

Deshalb spreche ich die unliebsame Wahrheit hier offen aus: Wir haben aktuell einen Bettenansturm von Patienten mit Migrationshintergrund. Weit über die Hälfte der Betten sind von diesen belegt – obwohl sie einen Bevölkerungsanteil von „nur“ 26 Prozent haben, belasten sie unser Gesundheitswesen mehr als doppelt so stark. Dies war bereits in der letzten Welle vor einem Jahr so, doch auch diesmal setzt sich diese – verhalten ausgedrückt – Überrepräsentierung fort. Ahmad Mansour sprach bereits im Oktober, unter Berufung auf RKI-Chef Lothar Wieler, von sogar 90 Prozent Covid-Patienten mit Migrationsherkunft. Wer es nicht glaubt, vergewissere sich selbst anhand frei verfügbarer Quellen (siehe unter anderem hier und hier und hier und hier und hier und hier und hier  und hier und hier).

Tabu der migrantischen schweren Verläufe

Aber die Öffentlich-Rechtlichen wären nicht die Öffentlich-Rechtlichen, würden sie die auffällige Korrelation zwischen Migrationshintergrund nicht bestreiten und das Problem nicht sogleich alleine auf die (un)sozialen „Umstände“ schieben, wie etwa das ZDF es Mitte November tat. Als die dritte Coronawelle hinter uns lag, machten viele mit Migrationsherkunft Heimaturlaub. Und Großhochzeiten, Familien- und Wie-ersehensfeiern wurden hier wie dort nachgeholt, was das Zeug hielt. Vieles deutet darauf hin: Ohne solche Ausschweifungen wären die Intensivbetten um die Hälfte entlastet.

Und weil identische Überlegungen ja im Umgang mit Ungeimpften selbst den „sozialsten“ Menschenfreunden dieser Tage ganz offen über die Lippen kommen: Wieso sollten hier nicht ebenfalls Aufnahmebegrenzungen gefordert werden dürfen? Statt über Triage zu sinnieren, könnte man die Aufnahme der Patienten etwa so reglementieren, dass beispielsweise zahlenmäßig nicht mehr Patienten mit Migrationsherkunft aufgenommen werden, als sie dem Bevölkerungsanteil im Land entsprechen – also 26 Prozent. Dann braucht es auch keine Verlegungen von Patienten in andere Länder mehr. Wer mich jetzt wegen solcher Gedanken jetzt anzeigen will, dem sei gesagt: Ich halte euch nur den Spiegel vor, gerne auch vor Gericht, mit eurer Hetzkampagne gegen die (noch) Ungeimpften, die bisher noch keinen Staatsanwalt auf den Plan gerufen haben. Und: Es sind unsere Staatsmedien, die sich derzeit gegenseitig in der Diskriminierung von Millionen einheimischen Mitbürgern überbieten. Es reicht langsam!

Ein Silberstreif am Horizont: Viele Skeptiker der genbasierten mRNA Impfstoffe, landläufig als Impfverweigerer beschimpft, hoffen auf die baldige Zulassung von sonstigen Corona-Therapeutika wie z.B. Medikament mit dem Potenzial, Leben zu retten. In England und den USA sind erste Pillen zugelassen (auch wenn die Bundesregierung bezeichenderweise keine Anstrengungen für Vorbestellungen unternahm). Auch andere Vakzine, sogenannte Tot-Impfstoffe, befinden sich in der Zulassungsphase, die ähnlich wie Grippeimpfungen konzipiert sind und eine andere Wirkungsweise haben als die derzeit verspritzten notzugelassenen Stoffe. Und wenn sich abzeichnet, dass sich auch mit diesen neuen Impfstoffen gute Geschäfte machen lassen, wird auch da sicher bald klappen.

 

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