Zensur: Facebook ist nur das Symptom, der Fisch stinkt immer vom Kopf her

David Berger

(David Berger) Die Geschichte der Zensur ist auch immer eine der Willkür und der peinlichen Fehltritte, bei denen stets behauptet wird, alles richtig gemacht zu haben. Letzteres ebenso wie die Zensur selbst ist motiviert durch die Angst um den Verlust von Macht.

Seit Anfang dieses Monats erleben viele Deutsche zum ersten mal, was es heißt, in einem Land zu leben, in dem die Meinungsfreiheit stark eingeschränkt ist. Und damit die Willkür aus Dummheit mit zur Tagesordnung gehört. In dieser Entwicklung spielt Facebook eine zentrale Rolle, ist Vorreiter für eine viel größere Umwälzung, die uns ins haus steht.

Gut anschaulich wird dies an einem Vorfall, über den Monika Schneider heute Vormittag berichtete. Wir dokumentieren hier ihr Schreiben:

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Liebe Freunde, ich wurde gerade für 30 Tage auf Facebook gesperrt – wegen nichts.

Ich hatte einen Artikel zu einer Kundgebung in Kandel kommentiert (siehe Foto).

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Dafür wird man auf Facebook also gesperrt. Das ist nicht mehr harmlos oder lustig, denn dies macht klar, dass es nicht um die (harmlose) Meldung an sich geht, sondern um die Person, die dahintersteht. Es ist jetzt ein offener Kampf gegen alle kritischen Menschen hier im Land.

Facebook ist nur das Symptom, der Fisch stinkt immer vom Kopf her.

Ich konnte nach der Benachrichtigung, man habe etwas entfernt, das nicht den „Gemeinschaftsstandards entspricht“, noch das Wort „Test“ posten. Danach kam die Meldung mit den 30 Tagen. Der Lösch-Mitarbeiter brauchte halt ein paar Minuten. Erst muss er die Beiträge löschen, dann die User.
 
Das ist de facto das Ende der Meinungsfreiheit. Facebook ist zwar „nur“ eine soziale Plattform – aber die mit der größten Reichweite. Und da will man natürlich kritische Geister unschädlich machen. Das ist ein eindeutiges Indiz für eine Diktatur. Was sonst?

In den letzten Tagen habe ich sehr oft eure (öffentlichen) Beiträge gelesen und mir gedacht: ach schau mal, wenn du das jetzt geschrieben hättest, wärst du wieder weg. Viele von euch nehmen kein Blatt vor den Mund – Gott sei dank. Und ich hielt mich bewusst zurück, habe sogar in meiner 7-Tage-Sperre fast meine gesamte Chronik seit 2014 (!) gelöscht, um keinen Anlass zu bieten. Aber den brauchen sie ja nicht, wie wir jetzt wissen.

Man kann davon ausgehen, dass nach meiner „Rückkehr“ (was für ein Wort in einer freiheitlichen Gesellschaft, die sich gerade selber abschafft) jeder Vokal, jeder Konsonant, jedes Like und jedes Hüsteln von mir wieder zu einer Sperre führen wird.

Eigentlich ist es den Lösch-Mitarbeitern auch egal, sie haben ja nur augenscheinlich den Auftrag, gegen „Hass und Hetze“ vorzugehen oder Dinge zu löschen, die gegen ihre Standards verstoßen. Sonst wären alle linken Hassbotschaften, islamistische Hetze oder antisemitische Kommentare hier längst Geschichte. Sie löschen sie ja noch nicht einmal, wenn sie mehrfach gemeldet werden.

Nein, ihr Auftrag ist ganz klar: filtert DIE Leute raus, die hier für Unruhe sorgen. Und wenn man einmal im Fokus ist, ist es aus. So einfach ist das. Ich war halt für Donnerstag, den 12.01.2018 um 8:15 Uhr terminiert für die 30-Tage-Sperre. Und diese Helferlein machen ihren Job und arbeiten ihre täglichen Listen ab.

Ich habe mich immer bemüht, kritisch zu sein, aber dabei noch die Regeln von Anstand und Respekt zu wahren. Manchmal fiel es mir angesichts der politischen Lage im Land schwer, dann bin ich ausgewichen auf Satire, Witz oder Zynismus. Alles Ausdrucksweisen, die in einer freiheitlichen Gesellschaft selbstverständlich möglich sein müssen.

Leider hat diese Vorsicht nichts gebracht, ich hätte meine Wut am liebsten oft hinaus geschrien, habe es aber dann in Worte gekleidet, die meiner Meinung nach noch im Rahmen des Grundgesetzes waren.

Ich habe über 2.600 Freunde, genau so viele Abonnenten. Ich würde gerne noch so viel mehr tun, um Menschen wach zu rütteln, denn nur deshalb war ich hier. Weil ich hoffte, noch den ein oder anderen, der zweifelte, zum Nachdenken zu bringen.

Dass diese Zustände im Land gewollt sind, dass die Medien manipulieren wollen, dass hier eine Agenda einer Minderheit durch die Duldung der schweigenden Mehrheits-Masse knallhart durchgesetzt werden kann, dass dieses Land, so wie wir es es die letzten Generationen mit Frieden und Stabilität kannten, gerade an die Wand gefahren wird.

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Soweit Monika Schneider. Adrian Lauber hat bereits auf diese Nachricht reagiert und kommentiert:

„Eben lese ich, dass Monika Schneider praktisch wegen nichts für 30 Tage bei facebook gesperrt wurde.

Die Frustration kann ich ihr nachfühlen. Als man mich rausgeschmissen hat, hatte ich über 700 Kontakte, dazu noch weitere Abonnenten, die Leser-Zahlen entwickelten sich zu meiner Zufriedenheit und ich hatte das Gefühl, im Rahmen meiner bescheidenen Möglichkeiten doch etwas bewegen zu können. Dann macht man mir alles zunichte.

Monikas Zeilen machen deutlich, wie ernst die Lage inzwischen ist. Ich habe in manchen meiner Texte ganz schön auf die Pauke gehauen, das gebe ich gerne zu. Aber inzwischen scheint selbst die größte Vorsicht keine Garantie mehr zu sein, seine Meinung äußern zu dürfen.

Ich schrieb in diesen Tagen mehrfach über die Unruhen im Iran. Dort sehen wir, wie Menschen ihr Leben riskieren, weil sie sich Freiheit erkämpfen wollen gegen ein totalitäres Regime. Was dort passiert, sollte uns daran erinnern, dass Freiheit ein unschätzbar kostbares, seltenes Gut ist. Die meisten Menschen haben sie nicht.

Gerade deshalb habe ich eine Mordswut auf Typen wie den selbst ernannten Bundesgesinnungsprüfungsminist er Heiko Maas und die vielen kleinen – pardon – Arschlöcher, die dabei behilflich sind, die Freiheit in diesem Lande Stück für Stück zu eliminieren.

Freiheit ist immer die Freiheit der Andersdenkenden, hat Rosa Luxemburg gesagt – und seltener Weise stimme ich mal mit einer Sozialistin überein. Kaum zu fassen, ich weiß. Freiheit zu praktizieren, bedeutet, auch Meinungen auszuhalten, die man persönlich zum Kotzen findet. Wer dazu nicht bereit ist, steht nicht auf der Seite der Freiheit. Gleiches gilt für Leute, die auch nur andeuten wollen, man sollte dieses oder jenes besser nicht sagen, weil sich ja die Anhänger einer gewissen Religion vor den Kopf gestoßen fühlen könnten. Solche Leute – ich sage es mal ganz hart – verdienen das Privileg der Freiheit nicht. All den Heiko Maasens würde ich mit Vergnügen ein Flugticket in die Volksrepublik China oder in den Iran oder in Erdogans Türkei spendieren.

In anderen Ländern wie Schweden wird im Namen der Toleranz die Meinungsfreiheit ebenfalls bekämpft – mit der Folge, dass Schwedens Islamisierung und innerer Zerfall inzwischen so weit fortgeschritten sind, dass der Schaden mit einiger Wahrscheinlichkeit nicht reparabel ist. (Hassrede ist aber nicht gleich Hassrede. Juden und Israel zu hassen und das mit größter Offenheit kundzutun, ist in Schweden völlig okay – mit Rücksicht auf die Sensibilität der Anhänger der Religion des Friedens.)

Freiheit bedeutet, Meinungen bis an alle Schmerzgrenzen auszuhalten. Wenn nicht gerade zu Gewalt- und anderen Straftaten aufgerufen wird, muss man aushalten, dass andere das Recht haben, auch völlig Abseitiges zu äußern.

Aber was interessiert das einen Heiko Maas? Solchen Typen gehen Werte und menschlicher Anstand doch am Arsch vorbei. Es geht ihnen um ihre Macht, um nichts weiter. Ganz blöd ist das Establishment ja auch nicht. Die merken schon, dass sie auf tönernen Füßen stehen. Zwischen ihnen und dem Volk hat sich eine Kluft aufgetan, ihre Machtgrundlage schwindet, sie haben die Deutungshoheit über das politische Geschehen verloren. In Zeiten des Internets lässt sie sich ohnehin nicht aufrechterhalten. (Außer, man würde ein deutsches „Intranet“ einführen und uns vom Rest der Welt abschneiden. Vielleicht ruft Heiko oder Angie mal in Pjöngjang an und lässt sich professionell beraten, wie das geht. So erfolgreich wie die Kims beschützt keiner sein Volk vor populistischem Gedankengut!)

Gerade deshalb drängen Politiker darauf, die Kontrolle über das Internet auszubauen.

Das Internet ist für die Mächtigen heute so bedrohlich wie vor 500 Jahren der Buchdruck und die Übersetzung der Bibel in die deutsche Sprache. Auf einmal kann man sich selbständig und vielseitig informieren!

Es fängt mit scheinbaren Kleinigkeiten an. Man gewöhnt sich an immer mehr. Aber wer sich einfach dran gewöhnt und mit einem Achselzucken zur Tagesordnung übergeht, versündigt sich an der hart und mit viel Blut erkämpften Freiheit. Irgendwann ist sie verloren.

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