JU-Vorsitzender Kuban: Die CDU ist „gleichgeschaltet“

In einem Interview mit der „Welt“ kritisiert der Vorsitzende der Jungen Union, Tilman Kuban, dass die Partei der Christdemokraten einer „Gleichschaltung” unterläge. 

Berlin. – Der unlängst neu gewählte Vorsitzende der Jungen Union äußert sich kritisch in Bezug auf die vermeintlichen rechtlichen Verstöße der Bundeskanzlerin in Sachen Migrationskrise. Die CDU sei weitestgehend „gleichgeschaltet“.

„Gleichschaltung bei Ausrichtung der CDU“

Kuban erklärt: „In den letzten Jahren haben sich viele in der CDU nicht mehr wohlgefühlt, weil wir bei unserer Ausrichtung eine Gleichschaltung erlebt haben.“

Als Lösung für das Problem sieht er die Bildung von verschiedenen Flügeln innerhalb der CDU. Weiter solle es mehr Personal in der Partei geben, das aktiv seine Meinung vertritt. 

Auch die Arbeit der Bundeskanzlerin sei für ihn nicht immer zufriedenstellend. Er bemängelt Alleingänge Merkels und zeigt sich überzeugt davon, dass besonders die Migrationskrise betreffend die Parteibasis nicht geschlossen hinter ihren Entscheidungen gestanden habe. 

„Mitgliederbefragung hätte anderes Ergebnis gehabt“

Hätte man eine Mitgliederbefragung durchgeführt, hätte man mit einem anderen Ergebnis in Bezug auf die Frage der Grenzöffnung rechnen können, so der Vorsitzende weiter. „Die Rechtslage zur Grenzöffnung ist ja letztlich nie ausgeleuchtet worden.“

Seine Kritikpunkte an Merkel umfassen außerdem den verfrühten Atomausstieg, die Abschaffung des Wehrdienstes sowie die Einführung des Mindestlohns. 

Mit deutlicher Mehrheit zum Bundesvorsitzenden

Trotzdem habe er Respekt vor den Leistungen der Bundeskanzlerin: „Ich habe Respekt vor der Leistung Angela Merkels, aber sie war kein Idol von mir.“

Mit 62,7 Prozent der Stimmen wurde Kuban im März mit deutlicher Mehrheit zum Bundesvorsitzenden der Jugendorganisation von CDU/CSU gewählt.

Anmerkung: Von dem Begriff „Gleichschaltung” hat sich Kuban am Samstagnachmittag distanziert und bezeichnete seine Wortwahl als „unpassend”. „Ich stehe aber dazu, das [sic!] andere Meinungen nicht von oben tabuisiert werden dürfen”, schrieb der JU-Vorsitzende auf seiner Facebook-Seite.

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