Maduro lässt Guaidós Büroleiter Roberto Marrero verhaften

Von den weltpolitisch wichtigeren Nationen halten nur noch Russland und mit Abstrichen die Volksrepublik China zu dem venezolanischen Diktator Maduro und seinem Regime. Doch selbst diese beide Staaten sind in den vergangenen Wochen mitunter deutlich auf Distanz zu Maduro gegangen. Der hat sich selbst, sein Regime und sein Land sowohl in die Krise wie auch ins politische Abseits manövriert. Aktuelll haben die Schergen seines Geheimdienstes Sebin Roberto Marrero verhaftet, den Büroleiter von Juan Guaidó. Das macht die Lage für Maduro auch nicht besser; ganz im Gegenteil. Denn die Vorwürfe gegen Marrero wirken doch sehr konstruiert: der 49-Jährige soll eine Terrorzelle angeführt haben, die durch Attentate auf Politiker, Militärs und hohe Richter das südamerikanische Land destabilisieren wollte.
Proteste gegen diese willkürliche Aktion kamen sofort aus den USA und der EU. Von beiden Seiten wird die sofortige Freilassung Marreros gefordert. Washington rasselte in Person von US-Außenminister Mike Pompeo direkt mit den Säbeln. Man werde die Beteiligten zur Verantwortung ziehen, twitterte er. Der US-Sondergesandte für Venezuela, Elliott Abrams, schob hinterher: »Alle Optionen sind auf dem Tisch.« Allerdings denke man derzeit nicht über militärische Optionen nach.
Juan Guaidó sieht die Lage deutlich entspannter und deutete die Festnahme als Zeichen der Schwäche Maduros: »Entweder traut er sich nicht, mich zu verhaften, oder er hat nicht das Sagen.« Vor allem aber scheint Maduros Einheitsfront von Polizei, Geheimdiensten und Militärs, die ihn bisher gestützt haben, zu bröckeln. Guaidó selbst sagte, dass ihn einige hochrangige Geheimdienstler angerufen hatten, um ihm zu versichern, dass sie an der Verhaftung Marreros nicht beteiligt gewesen seien.

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