Pandemie forever: Wenn „Zeit“-Redakteure im ÖRR auftreten…



Vu und Sirin heute früh im „Moma“ (Screenshot:ZDF)

Im „Morgenmagazin“ von ARD und ZDF kommen im Zuge einer sogenannten „Presseschau“ Gastjournalisten prominent zu Wort, die dort tagaktuelle Themen kommentieren. Wer sich hiervon neue Einblicke, interessante oder neue Sichtweisen erhofft, sieht sich allerdings in tagtäglicher schöner Regelmäßigkeit enttäuscht – denn hier kommen nur Standesvertreter mit garantiertem politischen Unbedenklichkeitssiegel und imaginärem Gesinnungspersilschein zu Wort, herausgepickt aus einer strengen Nomenklatura von im Zweifel linken etablierten Medien, die sich meist in den weltanschaulichen Gefilden von „Tagesspiegel“, „Frankfurter Rundschau“, „Zeit“, „Süddeutscher“ oder „Deutschlandfunk“ bewegen. Undenkbar, dass man im „MoMa“ je Vertreter der Freien oder alternativen Medien anträfe. Wer hier kommentieren darf, ist vom Schlage „milde Sorte“. Gäbe es den polemischen Begriff „Systemtröte“ nicht schon, man müsste ihn hierfür neu erfinden.

Heute früh war die diensthabende Mainstream-Rezitatorin Vanessa Vu von der „Zeit“ an der Reihe. Zunächst ging es im Gespräch mit Mitri Sirin nur um oberflächliches Geplänkel über die Ampel-Gespräche. Dann kam das Thema Corona aufs Tapet, konkret: Jens Spahns gestrige Bekanntgabe, die „epidemische Lage“ werde – Zustimmung des Bundestages vorausgesetzt – am 25. November enden. Auch wenn dies noch keinesfalls mit einem deutschen „Freedom Day“ gleichzusetzen ist und vor allem am Wahnsinn der 2G/3G-Alltagsdiskriminieurng nichts ändern wird, war klar, dass die „Zeit“ in persona Vanessa Vu damit natürlich überhaupt nicht einverstanden ist – und dies für einen leichtsinnigen, offenbar gemeingefährlichen und populistischen Schritt hält. Wo kämen wir da auch hin, wenn die Regierung nach über 19 Monaten einen Ausnahmezustand beendet – auch wenn der unter gesundheitspolitischen Aspekten sowenig gerechtfertigt war wie die Ausrufung der sogenannten Pandemie insgesamt! Das wäre ja noch schöner!

Vergrätzt über das Ende der „epidemischen Lage“

Wie Vu ihre Misslaunigkeit über die überfällige Ankündigung jedoch begründete, ist ein wunderschönes Beispiel für Desinformation und Framing, für eine nur noch unverschämt zu nennende Nachlässigkeit und Schlampigkeit mit Fakten und Tatsachen im medialen Mainstream, die in diesem Fall freilich nie die Aufmerksamkeit angeblicher „Faktenfinder“ nach sich ziehen. Hier wird einfach munter irgendetwas, das vermeintlich schlüssig wirkt, mit sorgenvollem Timbre in die Kamera gefaselt, um Stimmung und Ängste zu schüren – und keiner nimmt daran Anstoß, weil das öffentlich-rechtliche Publikum mehrheitlich immer noch an den Weihnachtsmann glaubt und der Schnurre Glauben schenkt, sie werde für ihre Zwangsgebühren zumindest hinreichend „ausgewogen“ informiert. Und da die „Zeit“ in diesem braven, treugläubigen Milieu als seriöse, tiefgeistige und anspruchsvolle Publikation wahrgenommen wird, kommen Zweifel gar nicht erst auf. Das akademisch-bildungsbürgerliche Publikum wähnt sich bestens aufgeklärt – in Abgrenzung zu den „Schwurblern„, die sich „im Internet“ oder gar auf Telegram informieren.

Vu stärkt zunächst dem überführten Lügner, Panikhetzer, Nicht-Experten und Impflobbyisten Karl Lauterbach den Rücken: Der hatte auf Spahns gestrige Inaussichtstellung reflexartig mit Ablehnung reagiert und eine Beendigung der „epidemischen Lage“ als, was sonst, „falsches Signal“ tituliert – weil „die Pandemie weitergeht und noch keine Entwarnung in Sicht ist, vor allem wegen der vergleichsweise niedrigen Impfquote“ (nota bene: vom tatsächlichen Stand der Impfquote sind solche Lauterbach-Phrasen freilich entkoppelt, denn wir sind bereits bei real über 80 Prozent Impfquote, und wären wir dereinst bei 100 Prozent, dann würde Lauterbach die zu geringe Dritt- und Viertimpfungsquote ins Feld führen).

Nicht nur Lauterbach„, so Vu unbeirrt, warne vor einer Beendigung der Maßnahmen. Sondern man müsse „einfach nach Großbritannien gucken„. Was war denn in Großbritannien? Vu, wörtlich: „Da hatten sie relativ früh aufgrund einer Impfkampagnen, fast 80 % sind da zweifach geimpft, auch ganz viele Lockerungen beschlossen, und jetzt steigen die Infektionszahlen und auch die Todeszahlen… und dann müssen wir uns fragen: Naja, wie viele tote Menschen wollen wir irgendwie noch akzeptieren?„. Schade, dass Wohlfühl-Moderator Sirin hier, wie „MoMa“-üblich, weder intervenierte noch in irgendeiner Weise rückfragte – und dieser hanebüchene Unsinn unwidersprochen blieb. Denn an Vus Aussage stimmt praktisch gar nichts.

Dreiste Fake-News und Halbwahrheiten

In Großbritannien sind zunächst einmal aktuell 67,5 Prozent der Bevölkerung zweifach geimpft – und nicht 80 Prozent. Seit dem Wegfall fast aller Beschränkungen am 19. Juli, dem legendären „Freedom Day„, stagnierte der 7-Tage-Mittelwert an sogenannten Todesfällen („an und mit Covid verstorben) auf moderat niedrigem Niveau zwischen 50 und 150: aktuell liegt er bei 121 (45 Todesfälle pro Tag), noch am 8. September hatte er allerdings bei 191 gelegen (133 Todesfälle pro Tag). In den letzten fünf Wochen sind die Todeszahlen also gefallen – und nicht, wie von Vu behauptet – gestiegen. Auch tendenziell kann einer Zunahme überhaupt keine Rede sein. Im Gegenteil.

Doch dieser Versuch der „Zeit“-Redakteurin, einer rechtswidrigen Ausnahmesituation durch frei erfundene Behauptungen und Fake-News zur nochmaligen, vorzugsweise endlosen Verlängerung zu verhelfen, war nicht der einzige Aufreger in Vus „Presseschau“. Sie nutzte den Anlass auch gleich noch, für eine möglichst unbefristete Ausweitung der Maskenpflicht zu plädieren. Doch der Reihe nach: „Virologen*Innen„, so die woke Redakteurin zunächst gendergerecht, warnten „zu Recht„, dass „…viele Infektionsarten jetzt noch nachgeholt werden„. Nachgeholt? Sie haben also gewartet, bis Corona ihnen Platz macht, und schlagen jetzt wieder zu? Eine infektionslogische Sensation! In der bisherigen Menschheitsgeschichte traten Seuchen immer auch gleichzeitig auf; Cholera oder Typhus warteten nie, bis sich zuerst die Pest ausgetobt hatte. Sowenig wie übrigens auch keine Herzinfarkte ausbleiben, bloß weil es gerade besonders viele Krebsfälle gibt.

Doch bei Corona ist das offenbar anders: da macht Influenza freundlicherweise urplötzlich Pause, solange Sars-CoV2 tobt. Um Begründung sind WHO und RKI nicht verlegen: Die Corona-Maßnahmen, vor allem die Masken sollen es gewesen sein (die dann aber erstaunlicherweise gegen Corona selbst nicht wirkten)! Auf den naheliegenden Gedanken, dass Corona seit 2019/20 selbst „die Grippe“ war (bzw. gewesen wäre, hätte man die Pandemie nie ausgerufen und vor allem keine PCR-Tests zum spezifischen Nachweis dieses einen Virus entwickelt), sollte man hingegen keinesfalls kommen – es wäre Häresie.

Normalitätsverhinderung um jeden Preis

Doch jetzt, da Corona seinen Schrecken verliert – weniger durch die Impfung, sondern weil immer mehr Menschen nach und nach die Dimension des Fehlalarms und das Phänomen der „Sterblichkeit trotz Impfung“ bewusst wird -, da muss natürlich die nächste Pandemie-Sau durchs Dorf getrieben werden. Das inoffizielle Ziel lautet nämlich: Normalitätsverhinderung um jeden Preis, unbedingte Erhaltung der liebgewonnenen autoritären Freiheitsbeschränkungen zum Wohle des transformationsgeilen Klima-Linksstaats! Und was böte sich dafür eher an als die stinknormale saisonale Grippe, fortan dann wieder bedingt durch die „klassischen“ Influenza- und diverse sonstige Virenstämme, deren Wiederkehr jetzt in ähnlicher Weise zur Gesundheitskrise hochgejazzt werden soll wie vor knapp zwei Jahren das gruselige, übergesprungene, chinesische Fledermausvirus?

An diese Hoffnung klammert sich auch – stellvertretend für die deutsche Panikpropagandapresse – „Zeit“-Redakteurin Vu: „Auch diese Sache mit dem Masken tragen wird uns auch vor einer schweren Influenzawelle oder anderen Erkältungsviren, diesen Winter zumindest noch, bewahren.“ Denn: „Es geht nicht um Corona. Es geht um andere Nachwirkungen.“ Soso. Jetzt reden wir also schon gar nicht mehr über Corona, sondern über das, was bis vor zwei Jahren natürlich, normal und unproblematisch in jeder Hinsicht war – und zwar so sehr, dass nicht einmal die „Zeit“, selbst in den schwersten Grippewellen früherer Jahre nicht, jemals nach einer Maskenpflicht (geschweige denn einer obligatorischen Grippeimpfung) – gerufen hätte. „Pandemie ist irgendwie immer“ – das soll anscheinend zum Leitsatz staatlicher Gesundheitsfürsorge werden. Auf alle Ewigkeit. Nicht nur Vanessa Vu gefällt das.

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